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Worauf Eltern beim Freibad-Besuch achten sollten

Was hätte man anders machen können, um so einen Unfall zu verhindern?

Von Jane Pabst

Diese Frage treibt vor allem Eltern um. Der Vorsitzende der Wasserwacht Riesa, Robert Wölk, im SZ-Gespräch.

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Was gilt es grundsätzlich zu beachten, wenn ich mit Kindern ins Freibad gehe?

Wenn die Kinder noch nicht schwimmen können, sollten sie durch geeignete Schwimmhilfen geschützt sein. Und damit meine ich keine aufgeblasenen Luftmatratzen oder Schwimmringe, mit denen sie durchs Wasser treiben.

Sondern?

Auf Sicherheit geprüfte Schwimmflügel oder Rettungswesten. Gerade Letztgenannte verfügen über einen Kragenschutz. Fällt das Kind auf den Bauch, strömt extra Luft in das Polster, sodass die Kinder dadurch auf den Rücken gedreht werden.

Das klingt danach, als ob diese Westen der bessere Schutz sind?

Ja, sicherlich. Allerdings sind sie recht teuer. Den Preis für Kinderwesten kenn ich zwar nicht, aber in unserer Wasserwacht gibt es solche Westen für Erwachsene für 175 Euro. Natürlich erfüllen zertifizierte Schwimmflügel auch denselben Zweck. Im Weidaer Freibad können diese kostenlos ausgeliehen werden.

Also ist Sicherheit keine Frage des Preises ...

Nein, zumal diese Schwimmflügel-Ausleihe auch rege genutzt wird und sich die Eltern sehr darüber freuen. Dennoch gibt es immer noch Eltern, die wir auf fehlende Schwimmhilfen ihrer Kinder gezielt ansprechen müssen.

In welchen Situationen?

Manche denken, wenn sich ihre Kinder im Nichtschwimmerbecken aufhalten, reicht das zu. Aber auch da kann man ertrinken, wie dieser Unfall vor Augen führt. Denn der geschah im Rutschbecken, wo der Junge eigentlich hätte stehen können. Deshalb sollten Kinder auch im Nichtschwimmerbecken immer Schwimmhilfen tragen.

Was kann man darüber hinaus noch tun?

Grundsätzlich wäre es toll, wenn größere Geschwister oder Eltern ihren Erste-Hilfe-Lehrgang auffrischen würden. Viele machen ihn mit 18, wenn sie ihren Führerschein machen und danach nie wieder. Dabei kann so eine Ausbildung gerade in solchen Situationen nur von Vorteil sein. Ab 15 Jahren kann man sich zudem als Rettungsschwimmer ausbilden lassen und da ist die Erste-Hilfe-Ausbildung gleich mit inbegriffen.