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Wozu gibt es Schöffen?

Ehrenamtliche Richter wirken an den Urteilen mit – gleichberechtigt mit den Berufsrichtern.

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Ehrenamtliche Richter wirken an Urteilen mit.
Ehrenamtliche Richter wirken an Urteilen mit. © dpa

Was sind Schöffen und warum gibt es diese?

Schöffen sind ehrenamtliche Richter, die in der Theorie gleichberechtigt neben dem Berufsrichter stehen. Jura studiert haben sie in der Regel nicht; im Gegenteil. Sie sollen als Laien und bewusst unvoreingenommen am Urteil mitwirken. Auf diese Weise sollen sie bei Gericht das Volk vertreten. Dafür sollen sie sich auf ihre Lebens- und Berufserfahrung berufen.

Wer darf sich als Schöffe bewerben?

Egal, ob Lehrer, Erzieher oder Rentner: Jeder, der unbescholten und zwischen 25 und 70 Jahre alt ist, kann Schöffe werden.

Wie wird man Schöffe?

Bevor eine neue Schöffenperiode beginnt, können sich Interessierte bei ihrer Wohnsitzgemeinde oder – für das Amt des Jugendschöffen – bei dem zuständigen Jugendamt bewerben. Die aktuelle Schöffenperiode hat mit dem neuen Jahr begonnen; Interessierte müssen sich nun also eine Weile gedulden. Wahlausschüsse der Amtsgerichte wählen dann aus den Vorschlagslisten die Schöffen, die dann für fünf Jahre ihr Amt innehaben. Insgesamt zwei Perioden, also zehn Jahre lang, dürfen Schöffen ihr Amt ausüben.

Wann wird ein Prozess vor dem Schöffengericht verhandelt?

Ob ein Angeklagter sich vor dem Schöffengericht verantworten muss, hängt vom Strafmaß ab. Immer, wenn Angeklagte Gefängnisstrafen von mehr als zwei Jahren zu erwarten haben, sitzen den Richtern in den Strafverhandlungen zwei ehrenamtliche Schöffen zur Seite.

Wie lassen sich Beruf und Schöffenamt vereinbaren?

Ein Hauptschöffe hat nicht mehr als zwölf Verhandlungstermine im Jahr. Bereits zu Beginn des Jahres werden die Termine für das gesamte Jahr mitgeteilt. Arbeitgeber müssen ihre Angestellten normalerweise freistellen, wenn diese als Schöffen tätig sind. Schöffen bekommen dann für den Verdienstausfall und das Zeitversäumnis eine Entschädigung.

Was unterscheidet Erwachsenen- und Jugendschöffen?

Jugendschöffen heißen nicht so, weil sie jünger sind als andere Schöffen – sondern, weil sie am Jugendgericht mitwirken. Auch sie müssen zwischen 25 und 70 Jahre alt sein. Jugendschöffen müssen zudem über besondere Erfahrungen in der Jugenderziehung verfügen. Ihr Einsatzgebiet ist das Jugendstrafrecht. (SZ)