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Längere Wege für viele Wülknitzer Wähler

Die Gemeinde reduziert für die Landratswahl die Anzahl der Wahllokale drastisch. Die Verwaltung reagiert damit auf einen Trend.

Da geht es lang zur Wahlurne.
Da geht es lang zur Wahlurne. © Symbolfoto: Sebastian Schultz

Wülknitz. Das dürfte vielen Wählern in der Gemeinde Wülknitz nicht gefallen. Wenn am 11. Oktober der Nachfolger für den ehemaligen Meißner Landrat Arndt Steinbach gewählt werden soll, dann wird es statt bisher fünf Wahllokalen nur noch zwei geben. Das teilte Hauptamtsleiterin Kerstin Herklotz bei der Gemeinderatssitzung mit. 

Danach entfallen Wahllokale in drei Ortsteilen. Die Einwohner von Peritz und Streumen müssen in den Mehrzweckraum am Wülknitzer Sportplatz, wenn sie ihren Wahlzettel in die Urne werfen wollen. Und auch die Tiefenauer müssen längere Wege in Kauf nehmen. Sie sollen im ehemaligen Gasthof Lichtensee ihre Stimme abgeben. Lediglich die wenigen Einwohner aus Heidehäuser dürften sich über eine kürzere Distanz freuen. Das Wahllokal in Lichtensee liegt für sie näher als ihr bisheriges Wahllokal in Tiefenau.

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Kerstin Herklotz begründet die Entscheidung der Gemeindeverwaltung, nur noch in Wülknitz und Lichtensee ein Wahllokal einzurichten, mit der steigenden Anzahl der Briefwähler. Erwartet werde, dass die Anzahl der Urnengänger in einigen Ortsteilen unter die 100er-Marke sinkt. In diesem Fall sei laut einer Vorgabe des Freistaates Sachsen das Wahlgeheimnis nicht mehr gewahrt, so die Hauptamtsleiterin.

Der Trend zur Briefwahl hatte sich bei der Landtagswahl vor einem Jahr bestätigt. In der Verwaltungsgemeinschaft Röderaue/Wülknitz machten 531 Wahlberechtigte Gebrauch davon. Das waren 26 % mehr als bei der Landtagswahl 2014. Dieser Zuwachs war vergleichsweise niedrig. 

Die größten Anstiege der Briefwählerzahlen wurden im Gebiet des Altkreises Meißen verzeichnet. In Klipphausen (Zuwachs um 151,7 %), Nossen (110,6 %) und Radeburg (107,2 %) hatte sich die Anzahl der Briefwähler von 2014 zu 2019 mehr als verdoppelt. Die Gemeinden Moritzburg (99,0 %) und Diera-Zehren (89,3 %) sind nah dran. Im Altkreis Riesa-Großenhain erlebte die ehemalige Kreisstadt Großenhain mit 66,1 % die höchste Zuwachsrate, gefolgt von Strehla (55,6 %) und Riesa (35,7 %). 

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