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Wülknitzer Grundstücke bleiben ohne Käufer

Die Zwangsauktion für die Flächen Am Fußweg verlief ergebnislos. Ändert das etwas an den Plänen für den Straßenbau?

Von Eric Weser

Die Antwort aus dem Dresdner Amtsgericht ist kurz. „Es wurde bei der Versteigerung kein Gebot abgegeben“, sagt Sprecherin Birgit Keeve. Das Verfahren sei damit aufgehoben, allerdings ist diese Entscheidung noch nicht rechtskräftig, so die Richterin weiter.

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Zum wiederholten Mal hatte ein Bankhaus Ende Oktober versucht, über den Weg der Zwangsversteigerung zwei Dutzend Grundstücke Am Fußweg in Wülknitz zu veräußern. Damit sollte Geld eingespielt werden, um die Kredite zu bedienen, die ein später pleite gegangener Wülknitzer Bauträger in den 1990er Jahren aufgenommen hatte, um das Gebiet zu erschließen.

Den Wülknitzer Bürgermeister Hannes Clauß (parteilos) überrascht die Nachricht aus Dresden nicht. „Es gab ja schon mehrere Termine mit ähnlichen Ergebnissen – ich hatte da keine großen Erwartungen, dass es diesmal anders laufen würde“, so der Gemeindechef gegenüber der SZ.

Für die Kommune ist das Gebiet und allem voran die Straße Am Fußweg seit vielen Jahren ein kniffliges Thema.

Straße soll gebaut werden

Denn der Baulastträger hatte der Gemeinde einst versprochen, nicht nur die Baugrundstücke zu erschließen, sondern dorthin auch eine Asphaltstraße zu bauen. Die sollte nach ihrer Fertigstellung zur Pflege und Unterhaltung der Kommune übereignet werden. So weit die Theorie. Doch dann kam die Insolvenz des Unternehmens dazwischen. Mit der Konsequenz, dass die Anwohner, die Am Fußweg gebaut haben, über eine Schotterpiste zu ihren Eigenheimen gelangen.

Ein Zustand, der weder für die Anwohner noch für die Gemeinde tragbar erscheint, darin ist man sich einig. Für Verstimmung bei einigen Anliegern sorgt allerdings, dass die Kosten für den Straßenbau bis heute nicht gänzlich klar sind. Was unter anderem damit zu tun hat, dass es bis heute keine Ausschreibung gibt, heißt es aus dem Rathaus. Mit der Nennung einer Zahl hatte sich Hannes Clauß trotz öffentlichem Drängen der Anlieger bis zuletzt zurückgehalten, um später nicht darauf festgenagelt zu werden. Eine grobe Kostenschätzung wurde indes im letzten Gemeinderat präsentiert. Mitte Oktober war demnach von 230 000 Euro die Rede. Erschließungsbeiträge seien möglich, heißt es weiterhin.

Die Pläne der Gemeinde, im kommenden Jahr endlich eine Asphaltstraße durch das teils bebaute Eigenheimgebiet zu ziehen, werden nach Hannes Clauß’ Ansicht bestehen bleiben – auch nach der Ende Oktober erfolglos verlaufenen Zwangsversteigerung der noch unbebauten Grundstücke. „Wir müssen jetzt mit der Bank reden, wie wir das umsetzen können“, so der Wülknitzer Bürgermeister.