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Wülknitzer Würste gibt’s nicht nur für den Grill

Wülknitz. Die Sommersonne lacht. Die Vögel zwitschern in den Baumwipfeln. Wer bekommt da nicht auch Lust auf das Grillen von Steaks und Bratwürsten? Dabei sollte es einem nicht Wurst sein, wo man das Fleisch und die Wurst dafür kauft.

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Wülknitz. Die Sommersonne lacht. Die Vögel zwitschern in den Baumwipfeln. Wer bekommt da nicht auch Lust auf das Grillen von Steaks und Bratwürsten? Dabei sollte es einem nicht Wurst sein, wo man das Fleisch und die Wurst dafür kauft. Für viele Feinschmecker sind da zwar die Großmärkte Anlaufstelle, aber den Geschmack der Sachsen treffen doch die vielen kleinen Fleischereien vor Ort am besten.

In Wülknitz gibt es beispielsweise die Fleisch- & Wurstgroßhandel GmbH, im Volksmund als „Kerscher“ bekannt. Horst Kerscher aus Cham in Bayern suchte einen passenden Firmenplatz im Osten und fand in Wülknitz einen geeigneten Standort. Das war 1992. Damals wurden alle Wurstwaren noch vom Stammbetrieb aus Bayern bezogen. Inzwischen gibt es Filialen in Wülknitz, Gröditz, Pulsen und Riesa. Insgesamt 15 Beschäftigte aus der Region haben hier mittlerweile Lohn und Brot gefunden.

„Neben dem Einzelhandel spielt auch der Großhandel für Gaststätten und Küchen eine große Rolle“, betont Geschäftsführer Reinhard Schulz. Der Wülknitzer, der früher bei der LPG im Ersatzteilhandel seine Brötchen verdiente, erkannte in der Wendezeit die Situation in der Landwirtschaft und ging 1990 nach Rosenheim. Dort absolvierte er eine Ausbildung zum Großhandelskaufmann. Zunächst als Verantwortlicher für die Filialen in unserer Region tätig, ist er inzwischen Geschäftsführer und Miteigentümer der GmbH. „Schwer war der Überlebenskampf zu Zeiten der BSE-Krise“, sagt Reinhard Schulz. „Jede erwirtschaftete Mark Gewinn wurde zurückgelegt, um die Firma zu erweitern.“ Eine Erweiterung am Standort Wülknitz zog sich über etwa eineinhalb Jahre hin.

In diesem Jahr war es nun so weit, dass im ehemaligen Gasthof Sauermann mit der Eigenproduktion von Wurstwaren begonnen werden konnte. Damit verbunden ist die Einstellung eines weiteren Beschäftigten. Etwa 70 Prozent aller zum Verkauf kommenden Wurstwaren werden nun ganz frisch vor Ort hergestellt. Verarbeitet wird dabei Fleisch, das von Schlachthöfen aus Sachsen bezogen wird.

Perspektivisch angedacht ist der Ausbau der Anlieferung und der Versandstrecke. (khk)