merken
PLUS

Wunschliste für den Lindenplatz

Der Knoten ist geplatzt. Die Leisniger nutzen das Angebot und reden bei der Neugestaltung mit. Ihre Hinweise verschaffen dem Planer Hausaufgaben.

© André Braun

Von Heike Heisig

Leisnig. Einige Anwohner vom Lindenplatz haben Wort gehalten und ihre Hinweise zur Neugestaltung vor ihrer Haustür zu Papier gebracht (DA berichtete). „Die ersten Stellungnahmen sind bei uns im Rathaus eingegangen“, sagte Bürgermeister Tobias Goth (CDU) am Dienstag. Zuvor hatte die Verwaltung, in erster Linie Bauamtsleiter Thomas Schröder, mehrfach kritisiert, dass die Beteiligung der Bürger und damit deren Interesse mager ausfällt.

Anzeige
Baumesse verschoben? Online informieren!
Baumesse verschoben? Online informieren!

Hören und sehen Sie kostenfreie Vorträge für Bauherren, Hauseigentümer und Immobilienkäufer. Einmal anmelden, drei Tage folgen!

Die alte Werkstatt des Elmo-Werkes (rechts) könnte nach dem Willen einiger Anwohner auch gleich verschwinden.
Die alte Werkstatt des Elmo-Werkes (rechts) könnte nach dem Willen einiger Anwohner auch gleich verschwinden. © Heike Heisig

Noch bis Ende nächster Woche sind die Unterlagen im Rathaus ausgelegt, können Hinweise und Kritiken eingebracht werden. Die Wortmeldungen beschäftigen sich bisher mit der diskutierten neuen Verkehrsführung. Der Lindenplatz soll eine Einbahnstraße werden. Das sehen die Anlieger insofern kritisch, weil es um den Platz künftig keinen Fußweg mehr geben soll. Dabei bleibt es nicht mal bei der jetzt schon knappen Straßenbreite. Die Straße vor den Grundstücken soll noch schmaler werden. „Dabei müssen wir jetzt schon über den Bordstein fahren, um überhaupt in die Einfahrt zu unserem Grundstück zu kommen“, erzählt eine Anwohnerin. Sie findet, wie die meisten ihrer Nachbarn, dass die Planungen noch nicht bis zu Ende gedacht sind. Kritik gibt es aber nicht nur an der Verkehrsführung und der neuen Platzgestaltung, sondern auch an der Begrünung. Eine Reihe Bäume genüge. Dafür findet Familie Meißner, können genauso gut ein paar Sträucher gepflanzt werden.

Heiner Stephan findet, dass im Zuge der Neugestaltung des Lindenplatzes „ein paar städtebauliche Missstände beseitig werden könnten“. Das hat er als Hinweis in seine Stellungnahme geschrieben. Als Beispiel für solch einen Missstand nennt er eine ehemalige Werkstatt des früheren Elmo-Werkes. Der kleine Fachwerkbau steht direkt an der Straße und verfällt. Die Tür steht offen. Nachbarn sehen dort manchmal Jugendliche ein- und ausgehen. Obwohl das Haus nach dem Wissen der Straßenanlieger einen privaten Besitzer hat, könnte sich die Kommune mit dem in Verbindung setzen und darum bemühen, dass der Schandfleck verschwindet.

Bürgermeister Tobias Goth will die bis 7. Juni eingegangenen Hinweise schon mal mit den Mitgliedern des Verwaltungs-, spätestens dann aber des Technischen Ausschusses diskutieren. Die Zustimmung der Räte am 28. Juni vorausgesetzt, soll der Planer über den Sommer noch einmal an den bisherigen Entwürfen arbeiten und „gewisse Änderungswünsche“ einarbeiten. Was genau überdacht werden soll, kann der Rathauschef im Moment noch nicht sagen.

Durchaus zufrieden mit den bisherigen Plänen dürften die älteren Oberschüler sein. Für sie wird im Bereich des bisherigen Containerstellplatzes eine Art Unterstand errichtet, unter dem die Jugendliche ihre Mopeds abstellen können. Bislang haben die jungen Kraftfahrer dafür noch keinen Extra-Platz. Die Mopeds stehen häufig vor den Blumenkübeln, die die Einfahrt zum Schulkomplex versperren.

Die Garage haben die Schüler im Jugendstadtrat selbst angeregt. Dass nun nach der Schulhofgestaltung eine weitere ihrer Ideen umgesetzt wird, dürfte die jungen Leute und die Lehrer freuen.