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Xaver fegt übers Osterzgebirge

Das Sturmtief hat das Osterzgebirge nur gestreift. Für viele Bäume war es dennoch zu heftig.

Von Franz Herz

Forstbezirksleiter Wolfram Gläser ging gestern früh besonders vorsichtig an die Arbeit. In der Nähe des Waldschulheims Wahlsmühle bei Schmiedeberg war eine Jagd mit rund 20 Jägern geplant, aber angesichts des Sturms in der vorhergehenden Nacht durften die Weidmänner erst einmal nicht in den Wald.

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Der Garten ruft
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Die besondere Vorsicht war durchaus angebracht. Denn in der Nacht zu gestern ist das Sturmtief Xaver übers Osterzgebirge gezogen und hat seine Spuren hinterlassen. Bei Obercarsdorf fiel am Abend ein Ast in den Mast einer Umspannstation. Die Sicherung schmolz durch. Während die Monteure sie auswechselten, blieb in Obercarsdorf der Strom abgeschaltet, informierte Birgit Freund von der Enso-Netz GmbH. Weitere Stromausfälle gab es im Raum Freital. Die Einwohner von Kreischa saßen am Abend auch im Finsteren. Der heftige Wind zerstörte die Leitung, die nach Borthen führt. Rund 2 300 Anwohner aus Kreischa und den umliegenden Ortsteilen wie Kautzsch und Sobrigau saßen ab 23.08 Uhr im Dunkeln, bestätigt die Enso-Sprecherin. Erst gegen 2.40 Uhr waren wieder alle Kreischaer ans Stromnetz angeschlossen.

In Freital hatte wahrscheinlich ein herabstürzender Ast einen Stromausfall verursacht, der sogar die Stadtratssitzung am Donnerstagabend traf. Nach einer halben Stunde kam hier das Licht wieder. Einige Wohnungen blieben aber bis gestern Mittag ohne Elektrizität.

Im ganzen Landkreis rückten die Feuerwehren in der Nacht 15 Mal aus. Bei Reichstädt hat ein Baum die Staatsstraße nach Ruppendorf blockiert und wurde von der Feuerwehr weggeräumt, informierte das Landratsamt.

Die Lauensteiner Wehr war zweimal in der Nacht unterwegs. Einmal räumten sie einen Baum von den Serpentinen am Autobahnzubringer, einmal vom Weg, der in Richtung Schäferei führt. „Ansonsten hatten wir im Stadtgebiet keine Probleme mit umgestürzten Bäumen“, berichtet Jan Püschel, der Altenberger Stadtwehrleiter. Offensichtlich hat der Sturm in den tieferen Lagen des Osterzgebirges mehr Schäden angerichtet als oben im Gebirge.

In der Gemeinde Klingenberg ist einmal die Feuerwehr Röthenbach ausgerückt. Dort lag ein Baum auf der Straße, die Richtung Forsthaus zur Talsperre führt. Die Ruppendorfer Wehr war mit im Einsatz, um die Staatsstraße Richtung Reichstädt freizuräumen.

In Rückenhain bei Glashütte ist ein Baum in die Leitung der Straßenbeleuchtung gefallen. Eine Elektrofirma bekam den Auftrag für eine Notreparatur, berichtete Veith Hanzsch, der Glashütter Bauhofleiter. Waldarbeiter räumten an verschiedenen Stellen im Wald umgestürzte Bäume von den Wegen. Aber die Schäden blieben deutlich geringer als nach den Vorhersagen befürchtet.

Ansonsten hat der Sturm vor allem kleine Probleme verursacht. Plakate abgerissen, Schilder umgeworfen oder Müllsäcke verweht. „Der Weihnachtsbaum vor der Grundschule ist umgefallen und der Bauzaun auf der Baustelle für das Parkhaus“, berichtet Hanzsch, dass der Bauhof in Glashütte keine großen Probleme hatte.

Selbst die Jagd an der Wahlsmühle fand statt. Forstbezirksleiter Gläser prüfte die Wege, ob dort Bäume liegen, und zog das Jagdgebiet enger. Nur die windgeschützten Tallagen gab er frei. Die Höhenlagen blieben gesperrt. So sind an Ende alle Jäger unfallfrei aus dem Wald gekommen. Sie hatten sieben Rehe und ein Hirschkalb geschossen.