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Xaver fräst sich durch Sachsen

Das Orkantief richtet im Freistaat erhebliche Sachschäden an. Die meisten Einwohner haben dabei aber Glück im Unglück und dürfen sich auf den 2. Advent freuen.

© Bernd März

In Freital gingen Donnerstagabend die Lichter aus. Und das mitten in der Stadtratssitzung – Stromausfall. Während die Stadträte nur für rund 30 Minuten ohne Licht waren, traf es etwa die Freitaler Ortsteile Pesterwitz und Potschappel härter. Hier waren die Menschen stundenlang ohne Strom. Und auch in vielen anderen sächsischen Gemeinden hat das Orkantief Xaver zugeschlagen. Stromausfälle gab es auch in 2 300 Haushalten in Kreischa. In Döbeln waren am späten Donnerstagabend sogar zeitgleich bis zu 7 700 Kunden ohne Strom, wie eine Sprecherin der Midnetz Strom erklärte.

Doch Xaver sorgte nicht nur für Stromausfälle in Sachsen. Feuerwehr und Polizei waren vielerorts damit beschäftigt, Bäume von Straßen zu räumen, Gebäude zu sichern deren Dächer weggefegt wurden oder Lkws zu bergen. In der Nacht von Donnerstag zu Freitag kippten laut Bautzener Polizei zwei Lastwagen auf der Bundesstraße 187 bei Großhennersdorf und Obercunnersdorf im Sturm um. Bei Malschwitz wurde ein Lastwagen in den Straßengraben gedrückt.

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Die Polizei der Direktion Chemnitz zählte etwa 30 Feuerwehreinsätze wegen abgebrochener Äste, umgestürzter Bäume, Bauzäune und Werbeträger. Autofahrer und Passanten kamen aber glimpflich davon. Besonders kräftig wehte der Wind am Donnerstagabend und in der Nacht zu Freitag.

Auf dem Markt in Hohenstein-Ernstthal konnte am Donnerstagabend der etwa zehn Meter hohe Weihnachtsbaum der Gewalt des Sturms nicht mehr standhalten. Auch auf dem Markt in Roßwein stürzte am Donnerstag der Weihnachtsbaum zu Boden. Zu Schaden kam niemand. Glück hatte ein 36 Jahre alter Autofahrer, der am Donnerstag Richtung Aue fuhr. Kurz vor seinem Wagen stürzte ein Baum auf die Straße. Der Mann blieb unverletzt, am Auto entstand ein Schaden von etwa 3 000 Euro. In Meinersdorf ließ Sturm Xaver eine Buche auf ein Carport stürzen. Ein Transporter sowie ein Pkw wurden erheblich beschädigt. Die betroffene Familie rechnet mit einem Schaden von mehr als 50 000 Euro. Glück im Unglück: Der 20 Meter hohe Baum verfehlte das Haus der betroffenen Familie. Alle sind wohlauf. In Nossen bei Dresden wurde das Dach einer Werkhalle schwer beschädigt und in Schwarzenberg fiel eine alte Scheune am Rosenweg in sich zusammen. Auch hier gab es keine Verletzten. Die Einsatzkräfte der örtlichen Feuerwehr und Mitarbeiter des Bauhofes sicherten das Gelände.

Auf seiner Tour durch Sachsen hat Xaver aber insgesamt eher wenig Schäden angerichtet. Polizei und Feuerwehr berichteten landesweit von umgestürzten Bäumen und abgerissenen Ästen. Doch Menschen kamen nicht zu Schaden. Der Deutsche Wetterdienst erwartet, dass der Sturm bis zum Samstagvormittag weiter abflauen wird. „Den Höhepunkt haben wir lange überschritten“, sagte ein Meteorologe in Leipzig.

Kurz vor dem 2. Advent öffneten nach und nach auch die geschlossenen Weihnachtsmärkte wieder. Die Stadt Chemnitz öffnete Freitagmittag ihren bis dahin geschlossenen Weihnachtsmarkt. Der Leipziger Markt nahm um 15 Uhr seinen Betrieb wieder auf. In Görlitz stand lange die für 17 Uhr geplante Eröffnung des Schlesischen Weihnachtsmarktes auf der Kippe. Nachdem die Windböen jedoch abflauten, entschied die Stadtspitze, dass der Markt geöffnet wird. (SZ mit dpa und fp)