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Xaver verschont das Rödertal

Das Sturmtief wirbelte und wackelte, aber zum Glück sind keine schlimmen Schäden zu verzeichnen.

Von Jens Fritzsche, Sebastian Kositz und Thomas drendel

Glück gehabt! Das war gestern der meist gehörte Satz im Rödertal. Glück gehabt, dass Sturmtief Xaver die Gegend rund um Radeberg zwar mächtig zauste, aber letztlich keine wirklich großen Schäden verursachte.

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Und während in Weimar und im nahen Heidenau zum Beispiel die Weihnachtsbäume auf dem Weihnachtsmarkt knickten, hielt sich Radebergs Weihnachtstanne mitten auf dem Markt wacker. „Wir bauen den Baum natürlich möglichst stabil auf – und prüfen nach solchen Stürmen auch die Standfestigkeit“, stellt Radebergs Stadtsprecher Jürgen Wähnert klar. Vor ein paar Jahren hatte die Stadt in Sachen Baum nach einem ähnlichen Sturm „noch einmal nachjustieren müssen“, wie der Stadtsprecher erklärt. Diesmal aber war das nicht nötig. „Der Baum steht sicher“, freut sich Jürgen Wähnert. Wie sich auch Radebergs Ordnungsamtschefin Elke Müller freut: „Wir haben von keinen großen Schäden im Stadtgebiet gehört, jetzt hoffen wir, dass das Ganze auch so glimpflich bleibt, bis Xaver endgültig abgezogen ist“, sagt sie.

Nicht ein einziges Mal klingelte beispielsweise in der Nacht zu gestern das Handy von Radebergs Stadtfeuerwehrchef Gert Schöbel. „Es gab keinen Einsatz wegen des Sturms, in Radeberg und allen Ortsteilen blieb es ruhig“, atmetete er auf. Die notwendigen Informationen über den drohenden Sturm holte sich der Stadtfeuerwehrchef dabei aus dem Internet und aus den Medien. „Beim Thema Hochwasser gibt es ein gut funktionierendes offizielles Warnsystem, bei solchen Ereignissen wie dem Sturm jetzt, müssen wir uns auf anderen Wegen die notwendigen Infos holen – aber das hat gut funktioniert“, beschreibt Gert Schöbel.

Kaum nennenswerte Schäden wurden gestern auch aus Wachau und aus der Großgemeinde Ottendorf-Okrilla vermeldet. „Ich hätte es schlimmer erwartet, alles in allem blieb es aber glücklicherweise ruhig“, sagte am Freitagnachmittag Gemeindewehrleiter Rico Pfeiffer. Lediglich im Teichwiesenbad war eine Birke umgekippt, die dabei ein Gartentor und eine Hecke beschädigte. „Gegenwärtig können wir die Birke noch nicht wegräumen, weil dort auch noch andere Bäume stehen und die Einsatzkräfte möglicherweise gefährdet wären – wir werden den Baum voraussichtlich erst Anfang der Woche beseitigen“, so Feuerwehrchef Pfeiffer.

Zu kleineren Behinderungen kam es auch auf der B 6 bei Rossendorf. In einem Waldstück waren mehrere Äste auf die Fahrbahn gefallen. Sie wurden durch Polizeibeamte beiseite geräumt. Ein Teil war durch Autoreifen auch schon derartig zerkleinert, so dass sie keine Gefahr mehr darstellten. Ebenfalls auf der B 6 beschädigte der Sturm eine Baustellenampel. Durch die heftigen Böen lösten sich einzelne Teile und krachten gegen einen haltenden Ford. Fachleute reparierten die Anlage. Der Schaden bei dem Vorfall wird auf rund 200 Euro geschätzt.

Damit es gar nicht erst zu Schäden kommt, wurde gestern im nahen Dresden ab Mittag vorübergehend der Betrieb der Bergbahnen – der Schwebebahn und der Standseilbahn – eingestellt. Auch einige Buden auf dem Striezelmarkt blieben zu – die Weihnachtsmärkte auf der Hauptstraße und an der Prager Straße öffneten wegen des Sturms erst später.