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Yados-Erweiterung vollendet und in Betrieb

Das umsatzstärkste Hoyerswerdaer Unternehmen hat acht Millionen Euro investiert – und will weiter wachsen.

So sieht seit Kurzem der Unternehmensstandort der Yados GmbH im Hoyerswerdaer Gewerbegebiet Nardt aus der Vogel-Perspektive aus. Links im Vordergrund ist der Hallenneubau zu erkennen, der innerhalb von zehn Monaten aus dem Boden gestampft wurde.
So sieht seit Kurzem der Unternehmensstandort der Yados GmbH im Hoyerswerdaer Gewerbegebiet Nardt aus der Vogel-Perspektive aus. Links im Vordergrund ist der Hallenneubau zu erkennen, der innerhalb von zehn Monaten aus dem Boden gestampft wurde. © Foto: Yados GmbH

Nardt. Der Erfolgsgeschichte der 2009 gegründeten Yados GmbH wurde jetzt mit der Fertigstellung der neuen Produktions- und Verwaltungsgebäude im Hoyerswerdaer Industriegebiet Nardt ein weiteres Kapitel hinzugefügt. Nach dem 1. Spatenstich am 8. Oktober 2019 hat die Baufirma Goldbeck – von der B 96 aus gesehen – eine Art zweieiigen Zwilling der bereits vorhandenen Produktionshalle aus dem Boden gestampft. Die Fertigstellung erfolgte termingerecht am 17. Juli. 

Das war eine Punktlandung, wie Yados-Prokurist Olaf Besser am Montagnachmittag bei der feierlichen Eröffnung des Neubaus erklärte. „Exakt auf den Tag genau hatten wir mit Goldbeck die letzte Abnahme. Am Nachmittag haben wir die Halle dann übernommen.“ Inzwischen wurde der Betrieb aufgenommen.

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Maschine ersetzt den Schweißer

Davon konnte sich auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer bei seiner Stippvisite am Montag ein Bild machen. Anstatt ein symbolisches Eröffnungsband zu durchtrennen, brachte er per Knopfdruck ein Gerät in Gang. „Was sonst die Schweißer gemacht haben, macht in Zukunft diese Maschine“, ließ Olaf Besser wissen und merkte an: „Unsere wertvollen Kollegen bekommen andere Aufgaben.“ Nach etwa einer Minute spuckte die Maschine ein gewinkeltes Rohr aus. Bisher wurde dieses aus mehreren Teilen mit fünf Schweißnähten zusammengesetzt. „Dieses Bauteil hat keine Schweißnaht mehr. Es wurde gebogen.“ Nur ein Beispiel für die individuellen Serienproduktionen, die in Zukunft in der neuen Halle stattfinden.

Die Yados GmbH hat acht Millionen Euro in die Standort-Erweiterung investiert, erfuhren die Gäste der feierlichen Einweihung. Mit der neu hinzugekommenen Fläche von 6.000 Quadratmetern wuchs die Gesamtfläche der Produktionshallen auf 13.000 Quadratmeter. Für Büros stehen nunmehr 3.500 Quadratmeter zur Verfügung, das sind 1.500 mehr als bisher. Wer sich im neuen Hallenbau genau umschaute, dem ist der Schriftzug „Physiotherapie“ über einer der Türen mitten im Bürotrakt nicht entgangen. Ein deutliches Zeichen, dass bei Yados auch auf das Wohlbefinden der Mitarbeiter geachtet wird. Derer zählt das Unternehmen aktuell 230. Gestartet war es 2009 mit 40 Mitarbeitern. Bis 2012 ist die Mitarbeiterzahl auf 120 erhöht worden, 2016 waren es schon 170 Beschäftigte.

Offene Stellen sind nachgefragt

Aber Wachstum und Umsatzsteigerung bedeutet nicht automatisch steigende Personalzahlen, dämpfte Olaf Besser die Erwartung, dass es in diesem Tempo weitergehen könnte. „Auch wir können uns dem immer stärker werdenden Fachkräftemangel nicht völlig entziehen.“ Zwar befinden sich bei Yados derzeit 14 junge Leute in der Ausbildung. Auch die Nachfrage bei offenen Stellen sei in Ordnung und der Altersdurchschnitt liegt bei 42 Jahren.

Mitarbeiter gehen in Ruhestand

Aber in den nächsten zehn Jahren werden mindestens 40 Mitarbeiter planmäßig in den Ruhestand gehen. „Das sind Fachkräfte, die wir ersetzen müssen“, betont der Yados-Prokurist. „Dabei werden wir nicht umhinkommen, über den begrenzten deutschen Tellerrand hinauszublicken und ausländische Arbeitskräfte in unsere schöne Lausitz zu holen.“ Angesichts des Fachkräftemangels könne es auch nicht das Ziel des Unternehmens sein, eine personalintensive Produktion zu forcieren. Einfache Tätigkeiten seien auch durch Maschinen und eine intelligente Vorfertigung zu leisten.

Die Kernkompetenzen der Yados GmbH, die seit 2016 zu 100 Prozent zur im Fürstentum Liechtenstein beheimateten Hoval-Gruppe gehört, sind die Entwicklung und Fertigung von Energiezentralen mit hocheffizienten Blockheizkraftwerken sowie von Systemlösungen für Nah- und Fernwärmenetze. „Bis heute wurden in Hoyerswerda Anlagen im Wert von fast 300 Millionen Euro produziert und in Wohnhäusern, Fabriken, Krankenhäusern, Schulen und viele anderen Gebäude in ganz Europa installiert“, erklärte Olaf Besser nicht ohne Stolz. Hochgerechnet haben jeden Tag seit der Gründung Anlagen im Wert von 75.000 Euro das Werk von Yados verlassen. Bei einem angestrebten Jahresumsatz von 50 Millionen Euro ist es das größte Unternehmen in Hoyerswerda „Und wir wollen weiter wachsen.“ Ins Auge gefasst ist unter anderem der Aufbau eines Logistik-Zentrums für den Online-Handel.

Technologien sind vorhanden

Ministerpräsident Michael Kretschmer zollte Yados höchsten Respekt. Er sprach von „engagierten, klugen, gut ausgebildeten Menschen“, die die Firma so attraktiv gemacht haben, dass sich ein weltweit tätiges Unternehmen wie die Hoval-Gruppe für Hoyerswerda entschieden hat, dass sie hier bleibt, und dass sie Freude an dem hat, was hier passiert. „Wenn man durch die Hallen geht, und mit den Mitarbeitern spricht, dann wird auch klar, warum das so ist. Hier herrscht ein anständiges Betriebsklima. Hier geht man gut miteinander um.“ Mit Blick auf den Strukturwandel in der Region erklärte der Ministerpräsident, dass Yados auf einem Zukunftsfeld tätig sei. „Die Energie- und Klimawende wird vieles abverlangen. Sie haben die Technologien dafür.“ Yados sei ein Unternehmen, dem es gelungen ist, zu wachsen. „Wir werden alles tun, was notwendig ist, damit es hier weiter vorangeht“, versicherte Michael Kretschmer und merkte an: „Ich freue mich schon auf die Einladung zur Einweihung der nächsten Erweiterung ...“

Yados-Firmengründer und Geschäftsführer Jörg Wolf (Mitte) mit Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (links) und Jörg Bechmann, dem Niederlassungsleiter der Goldbeck Ost GmbH (Niederlassung Sachsen). Letzterer hatte Augenblicke zuvor den symbolisch
Yados-Firmengründer und Geschäftsführer Jörg Wolf (Mitte) mit Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (links) und Jörg Bechmann, dem Niederlassungsleiter der Goldbeck Ost GmbH (Niederlassung Sachsen). Letzterer hatte Augenblicke zuvor den symbolisch © Foto: Gernot Menzel

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