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Die gute Fee von Zabeltitz

Christine Päsler wurde nach rund 30 Jahren aus dem Großenhainer Stadtbauhof verabschiedet. Im Barockpark führt sie auch Prominente.

Oberbürgermeister Sven Mißbach verabschiedete Christine Päsler vom Bauhof in den Ruhestand.
Oberbürgermeister Sven Mißbach verabschiedete Christine Päsler vom Bauhof in den Ruhestand. © Anne Hübschmann

Zabeltitz. Wenn Christine Päsler in einer Blumenrabatte im Barockpark Zabeltitz arbeitete, wurde sie manchmal von Gästen angesprochen und nach der Geschichte des Ortes gefragt. Dann gab die Gärtnerin fachkundig Auskunft. Und bekam gesagt, dass sie doch Gästeführerin werden könnte. Die attraktive 63-Jährige muss schmunzeln, wenn sie das erzählt. Denn kostümiert als Barockdame geleitete sie schon oft mehr oder weniger prominente Besucher. Ihre Ausführungen hat sie sich noch selbst zusammengestellt.

Schauspieler Tom Pauls fragte mal bei ihr an, ob man im Barockgarten filmen kann. Sänger Rudy Giovannini hat sie mit Frau und Freunden durch den Park geführt. Dem Dresden Stardirigenten Christian Thielemann hingegen durfte ihr Kollege Jürgen Schreiber das schöne Zabeltitzer Terrain zeigen. 

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Christine Päsler, die in Skäßchen zu Hause ist, ist aufgegangen in ihrer Arbeit, sagt sie. Nun wurde sie in den Ruhestand verabschiedet. Von den Bauhofmitarbeitern gab es einen Rebstock als Geschenk, von der Zabeltitz-Information einen weißen Rittersporn. 

"Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge", so die langjährige Vorarbeiterin der Zabeltitzer Bauhof-Außenstelle. Cornelia Friede ist nun ihre Nachfolgerin. Die Meißnerin, die erst seit 1. Juli beim Bauhof arbeitet, früher in einer Privatgärtnerei war, weiß, dass es nicht ganz einfach wird, die Lücke einer Christine Päsler auszufüllen.   

Christine Päsler im Kostüm bei einer Barockgartenführung in Zabeltitz.
Christine Päsler im Kostüm bei einer Barockgartenführung in Zabeltitz. © Kristin Richter

Rund 30 Jahre arbeitete sie im Bauhof. "Ich kenne Sie am längsten von allen", sagt ihr Geschäftsbereichsleiter Matthias Schmieder, der früher mal dem Bauhof vorstand. Die ausgebildete Gärtnerin hat im Dresdner Frühgemüsezentrum gelernt, war dann beim Großenhainer Dienstleistungskombinat, dort auch im Laden "Blütenkorso" an der Schloss-Straße. 2010 kam sie mit der Eingemeindung vom Zabeltitzer Bauhof zum Stadtbauhof. 

Rabatten, Grünanlagen, Container-Standplätze sowie Sport- und Spielflächen in den nördlichen Ortsteilen standen unter ihrer Regie. Viel Arbeit für fünf bis sechs Leute "Mir war es immer wichtig, dass neben Zabeltitz auch die anderen Ortsteile beachtet werden und die Einwohner zufrieden sind", sagt Christine Päsler. 

Doch das Barockdorf steht schon im Fokus. Deshalb hat sich die Skäßchenerin auch bei den freiwilligen Parkeinsätzen beteiligt und will dies auch weiterhin tun. "Wir haben immer eine Hacke für dich", scherzen die Bauhofleute beim Abschied.

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Doch natürlich hat die sportliche Gärtnerin schon andere Pläne. Das sind die Enkel und das Fahrrad. Von Hamburg will sie jetzt den Elbradweg Richtung Sachsen fahren. Dass sie sich nicht mehr mit Mängelanzeigen von Bürgern herumschlagen muss, ist schon eine Entlastung. Dass sie nicht mehr bei jedem Fest mit auf- und abbauen muss, wird Christine Päsler aber doch ein bisschen fehlen. Langsam in die Rente kommen, ist nun ihre Devise.      

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