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Zabeltitz will Themendorf werden

Als „Sächsischer Diamant“ hat sich Zabeltitz kürzlich beim Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie beworben. Das hatte zum Pilotprojekt „Sächsisches Themendorf“ eingeladen, wobei es um die Besonderheiten von Dörfern geht.

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Als „Sächsischer Diamant“ hat sich Zabeltitz kürzlich beim Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie beworben. Das hatte zum Pilotprojekt „Sächsisches Themendorf“ eingeladen, wobei es um die Besonderheiten von Dörfern geht. Drei der Bewerberorte sollen Ende des Monats ausgewählt werden. Über ein Dreivierteljahr bekommen sie finanzielle und personelle Hilfe bei ihrer touristischen Entwicklung.

Eine Menge zu bieten

Zabeltitz dürfte mit seiner Bewerbung gute Karten haben. Denn sein Mix aus kulturhistorischen wie natürlichen Attraktionen ist in der Region einzigartig. Da ist zunächst das Ensemble aus Schloss, Palais und Barockgarten, das überregionale Bedeutung hat und allein schon eine Bewerbung gerechtfertigt hätte. Hinzu kommt die waldreiche Naturlandschaft der Röderaue mit einer Vielzahl von Attraktionen für Naturfreunde. Hier brütet der Eisvogel, baut der Biber seine Burgen, kann man seltene Insekten in freier Natur beobachten.

Zu den natürlichen Ressourcen gehören auch die Zabeltitzer Diamanten. Das sind aus Bergkristall entstandene, fast durchsichtige Kiesel, die erstmals im 17. Jahrhundert in der Nähe von Strauch gefunden wurden. Geschliffen, waren sie einst am Sächsischen Hof als Zierrat an Pferdegeschirren begehrt. Sie haben jetzt der Zabeltitzer Bewerbung ihren Namen gegeben.

Weil in der vergangenen Woche die Verwaltungsgemeinschaft mit Wildenhain aufgelöst wurde, muss sich Zabeltitz nach einem neuen Verwaltungspartner umsehen. Vier Jahre hat das Innenministerium der Gemeinde dafür zugebilligt. Themendorf zu werden, würde die Attraktivität des Hauptortes steigern. Zugleich würde es dem Ort finanzielle Mittel verschaffen, die dringend gebraucht werden. Denn „Diamanten“ wie Barockgarten, Bauernmuseum oder Kirche sind nicht nur schön, sondern müssen regelmäßig „geputzt“ werden.

Konkurrenz aus Skassa

So lange Zabeltitz allein ist, wiegt diese finanzielle Bürde besonders schwer. Von einer Auswahl als Themendorf darf der Erfolg trotzdem nicht abhängen, sagt Dr. Jürgen Schreiber, der Leiter des Zabeltitzer Fremdenverkehrsamtes. Auch wenn er bereits konkrete Pläne hat, wie das zusätzliche Geld eingesetzt werden könnte – weiter gehe es in jedem Fall. Und sei es mit kleineren Schritten.

Themendorf-Konkurrenz bekommt Zabeltitz von Skassa, das von der Großenhainer Stadtverwaltung angemeldet wurde. J. Mosch