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Zabeltitzer Holperpiste verschwindet

Bis November 2021 wird die östliche Ortsdurchfahrt komplett ausgebaut – der Edeka-Markt bleibt durchgehend geöffnet.

Um den Straßenbau in Zabeltitz gab es im Vorfeld einige Diskussionen und Forderungen. Jetzt haben die Arbeiten begonnen.
Um den Straßenbau in Zabeltitz gab es im Vorfeld einige Diskussionen und Forderungen. Jetzt haben die Arbeiten begonnen. © Anne Hübschmann

Großenhain. Mehr als zehn Jahre lang ist der Ausbau der Ortsdurchfahrt zwischen dem Zabeltitzer Bahnübergang und dem Abzweig Treugeböhla diskutiert und dann immer wieder verschoben worden. Das Pflaster wurde derweil holpriger und der Verkehrslärm stärker. Seit dem 11. August wird nun gebaggert. Großenhains Stadtverwaltung informierte am Mittwochabend auf einer Ortschaftsratssitzung in Zabeltitz über den geplanten Bauablauf. Die reichlich einen Kilometer lange Passage soll in drei Abschnitten ausgebaut werden. Der erste reicht vom Bahnübergang bis zur Straße „Am Ring“ und soll bis zum Dezember abgeschlossen sein. Für den zweiten Bauabschnitt von der Gröditzer Straße bis zum Ring ist der Zeitraum von März bis September 2021 avisiert. Der dritte an der Gröditzer Straße/Neuwiesengraben wird daran anschließen und soll bis zum November nächsten Jahres fertig sein. Damit der Edeka-Markt durchgehend beliefert werden und geöffnet bleiben kann, wird der zweite Bauabschnitt noch einmal untergliedert.

Der Zabeltitzer Ortschaftsrat hat den Planungen für den Kreisstraßenausbau im vorigen Jahr zwar zugestimmt, aber zwei zusätzliche Forderungen aufgemacht. Zum einen sollte entlang der 600 Meter langen Strecke außerhalb des Ortes ein kombinierter Fuß- und Radweg gebaut werden. Die Planungen des Landkreises sahen nur einen Fußweg vor. Das wird auch so bleiben. Für einen regulären Radweg mit der vorgeschriebenen Mindestbreite hätte es keine Fördermittel gegeben. Der Fußweg soll aber für Radfahrer nutzbar sein und entsprechend beschildert werden. Die zweite Forderung betraf den Bordstein des Fußweges innerhalb der Ortschaft. Hier wird wegen der Bebauung links und rechts der Straße die Fahrbahn nur 5,50 Meter breit sein. Begegnen sich auf einer so schmalen Passage zwei größere Fahrzeuge, kommen sie nur schwer aneinander vorbei. Traktoren, Busse und Lkw müssten also notfalls auf den Fußweg ausweichen. Damit sie dabei den Bordstein nicht kaputtfahren, forderte der Ortschaftsrat innerorts auf 400 Metern eine Absenkung. Auf die Frage, ob diese wirklich kommen wird, konnte das Stadtbauamt am Mittwoch keine Auskunft geben.

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Ungeklärt ist auch die Frage, wie der Straßenausbau mit der geplanten Schließung des Bahnübergangs harmoniert. Zurzeit ist nicht einmal klar, ob die Kreisstraße dann mit einer Brücke über die oder mit einem Tunnel unter der Kreisstraße hindurchgeführt wird. Es kann deshalb gut sein, dass der neue Straßenbelag auf einer längeren Strecke wieder abgetragen wird. Die Deutsche Bahn hat bisher nicht auf entsprechende Anfragen aus dem Rathaus reagiert. Den Straßenbau so lange zu verschieben, bis der Konzern mit seinen Planungen so weit ist, wäre aber wohl auch keine Lösung im Sinne der Zabeltitzer gewesen. Die bekommen nun einen Ausbau vom Feinsten – eine dicke Asphaltschicht statt des lärmintensiven Pflasters, einen 2,30 Meter breiten Fußweg auf der Südseite und komplett neue Ver- und Entsorgungsleitungen unter Fahrbahn und Bürgersteig. Insgesamt werden die Stadt Großenhain und der Landkreis für ihr Gemeinschaftsprojekt 1,5 Millionen Euro ausgeben.

Mitte August hatte es von Seiten der Einwohner Kritik gegeben, der Beginn der Straßenbauarbeiten sei nicht richtig angekündigt worden. Der Landkreis wies das zwar zurück, aber wegen der Corona-Krise war der Informationsfluss tatsächlich spärlicher als üblich. Der Zabeltitzer Ortschaftsrat zum Beispiel tagte am vergangenen Mittwoch erstmals wieder seit Februar. „Nachdem wir so lange auf den Baubeginn warten mussten, sind wir froh, dass es jetzt losgeht“, sagt Ortsvorsteher Marek Börner. Das dürfte auch der Großteil der Anlieger so sehen. Denen nahm die lange Verzögerung sogar die größte Sorge: Die Stadt Großenhain hat ihre Satzung zur Erhebung von Straßenausbaubeiträgen in der Zwischenzeit aufgehoben.

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