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Zärtlicher Kuss vor großer Kulisse

Thomas und Kathrin Buhl aus Ruppendorf herzen und kusseln sich. Sie können ihr Glück noch gar nicht richtig fassen. Soeben haben sie geheiratet und das am schönsten Ort, der in der Region für sie in Frage kam: das Schloss Reinhardtsgrimma.

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Von Volkmar Fischer

Thomas und Kathrin Buhl aus Ruppendorf herzen und kusseln sich. Sie können ihr Glück noch gar nicht richtig fassen. Soeben haben sie geheiratet und das am schönsten Ort, der in der Region für sie in Frage kam: das Schloss Reinhardtsgrimma.

„Hier stimmte nicht nur der äußere Rahmen, auch die Hochzeitszeremonie war wunderbar“, schwärmt der 37-jährige Ehemann. Seine 29-jährige Frau ergänzt: „Ich fand es auch ganz prima, wie persönlich die Festansprache der Standesbeamtin war.“ Nun stehen die Jungvermählten mit ihren Gästen im romantischen Garten des Schlosses, nehmen Gratulationen entgegen und lassen sich immer wieder fotografieren.

Vor einer guten halben Stunde ist alles noch ganz anders gewesen: Rund drei Dutzend Gäste stehen erwartungsvoll vor dem Schloss. Unter ihnen nicht nur Familienangehörige, sondern auch die Motorrad-Freunde von Thomas mit ihren schweren Maschinen. Einige haben ihre Biker-Kluft an. Der Bräutigam hat sich für einen schwarzen Anzug entschieden; am Revers steckt eine kleine Sonnenblume. Neben ihm steht Kathrin ganz in Weiß.

Die Brautleute durchschreiten das Portal des Ehrenhofes, ihre Gäste folgen. Über der Tür ist die Jahreszahl 1767 zu lesen - eine Erinnerung an den Kammerrat Johann Christoph Lippold, der damals das spätbarocke Schloss bauen ließ. Beauftragt damit hatte er keinen Geringeren als den Oberlandbaumeister Johann Friedrich Knöbel.

Die Treppen führen hinauf zum Rokoko-Festsaal im ersten Stock. Seine drei großen Fenster bieten einen reizvollen Ausblick auf die Gartenanlage des Schlosses. Zwei gläserne Kronleuchter verbreiten ein feierliches Licht. Die Hochzeitsgesellschaft nimmt Platz auf weißen Stühlen.

Auf dem Flügel schlägt die Musik-Studentin Diana Al-Hassani sanfte Töne an. Normalerweise ist das Sache von Georg Mauer aus Schlottwitz, doch der hat zurzeit Urlaub. Durch den Raum klingt das Präludium C-Dur von Johann Sebastian Bach. Da werden bei den ersten Gästen die Augen feucht Verstohlen halten sie ihre Taschentücher griffbereit. Der Tisch der Standesbeamtin ist übersät mit Blumen, dazwischen brennen Kerzen. Ute Herfurth wartet, bis es ruhig im Saal ist. Dann fängt sie an zu sprechen. Sie erinnert daran, wie vor fünf Jahren ein defekter Fernseher dazu führte, dass sich der Elektroingenieur und die Physiotherapeutin näher kennen lernten. Dann lud er sie zu einer Motorrad-Ausfahrt ein, und seitdem sind sie unzertrennlich. Die beiden Kinder Philipp und Susann ergänzen die junge Familie.

Wie im Flug vergeht die knapp halbstündige Feier. Die Eintragung im Standesamt Kreischa ist vom frisch gebackenen Ehepaar und ihren Hochzeitszeugen bestätigt. Die Ringe stecken am Finger, und natürlich hat ein liebevoller Kuss alles noch einmal zärtlich besiegelt. Die „Ballade pour Adeline“ ist verklungen und nun entlässt Diana Al-Hassani die Hochzeitsgesellschaft mit dem Evergreen „What a wonderful world“.

Ute Herfurth schaut hinterher und lächelt: „Was für ein schönes Paar“. Sie nimmt bereits seit 1980 Eheschließungen vor, doch Routine ist bei ihr daraus nicht geworden. „Ich freue mich immer wieder mit den Liebenden über ihr Glück, und die Eheschließungsfeier soll ein unvergessliches Erlebnis für sie sein“, sagt sie. Deshalb spreche sie vorher auch ausführlich mit den Brautleuten und versuche, das Wichtigste davon in ihre Ansprache einzuarbeiten. Auch Sonderwünsche erfüllt sie gern, wenn es denn möglich ist. Manche Paare wollen nach der Eheschließung gern noch im Schloss bleiben.

Sie können beispielsweise den Gartensaal im Erdgeschoss mieten. „Stimmungsvoll für viele ist auch der Abschluss mit einem Glas Sekt im Garten“, sagt die Standesbeamtin Ute Herfurth.