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Zahl der Asylbewerber geht weiter zurück

Fast die Hälfte der hier lebenden Asylbewerber soll abgeschoben werden. Fachkräfte sollen nun woanders herkommen.

Die Bundespolizei organisiert hier am Flughafen Leipzig/Halle die Rückführung abgelehnter Asylbewerber nach Tunesien.
Die Bundespolizei organisiert hier am Flughafen Leipzig/Halle die Rückführung abgelehnter Asylbewerber nach Tunesien. © dpa

Im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge leben aktuell 6.540 Ausländer, darunter Tschechen, Russen und viele andere Nationalitäten. Das entspricht 2,66 Prozent der Gesamtbevölkerung, teilt der Beauftragte für Integration und Migration im Landratsamt, Stephan Härtel, mit. Darunter sind auch 1.143 Asylbewerber. Deren Zahl hat sich damit im Vergleich zum Jahresende 2018 um 218 Personen verringert, was einen Rückgang von 16 Prozent bedeutet. 574 Personen sind im laufenden Verfahren. Von 569 Asylbewerbern wurde der Antrag bereits abgelehnt. Lediglich vier Menschen dürfen aus unterschiedlichen Gründen nicht abgeschoben werden.

Für die reguläre Einwanderung von Fachkräften hat der Bund ein Fachkräfteeinwanderungsgesetz geschaffen. Das wurde Anfang August 2019 veröffentlicht und soll Rahmenbedingungen für eine gesteuerte Einwanderung in den deutschen Arbeitsmarkt ermöglichen. „Dabei zielen die gesetzlichen Regelungen nicht nur auf die Einwanderung von hoch qualifizierten Menschen, sondern auch auf Fachkräfte mit entsprechenden beruflichen Abschlüssen“, heißt es aus dem Landratsamt. Nicht-EU-Ausländer, die einen entsprechenden Arbeitsvertrag vorweisen können, dürfen mit Inkrafttreten des Gesetzes in den entsprechenden Berufen nach ihrer Qualifikation arbeiten können. Bisher galt dafür eine Einschränkung auf Berufe mit erhöhtem Arbeitskräftebedarf. Darauf wurde nun verzichtet. Allerdings behält sich hier der Bund eine kurzfristige Einflussnahme zur Wiedereinführung der Vorrangprüfung vor.

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„Unsere direkten Nachbarn sind indes um ein Vielfaches voraus. So rekrutiere die Tschechische Republik, die im grenznahen Raum auf Vollbeschäftigung verweisen kann, verstärkt in Zentralasien“, erklärt Härtel. Aus seiner Sicht wäre eine Strategie zur aktiven Akquise von Fachkräften aus dem Nicht-EU-Ausland nötig, die als individuelle Aufgabe bei den Arbeitsverwaltungen, Unternehmen und Wirtschaftsverbänden liegen sollte. Dabei dürfe die Bundesrepublik auch nicht einseitig von den Investitionen in die Ausbildung der Fachkräfte profitieren. 

Stattdessen sollte ein umfangreiches Programm zur dualen beruflichen Bildung in Mangelberufen in den jeweiligen Herkunftsregionen aufgelegt werden, um gezielt Fachkräfte für den dortigen wie auch den deutschen Arbeitsmarkt auszubilden. „Dies kann nur in Kooperation zwischen Wirtschaft, Außenhandelskammer und dem Bundesministerium für Zusammenarbeit und Entwicklung gelingen“, erklärt Härtel. Auch lokale Initiativen sollten dabei in den Fokus rücken, um die regionalen Bedarfe an Fachkräften sichern zu können.

Tagesaktuelle Zuwanderungszahlen nach Europa können im Internet unter http://data.unhcr.org eingesehen werden.

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