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Zahl der Sozialwohnungen geht weiter zurück

Deutschlandweit gibt es immer weniger Wohnungen für Einkommensschwache. Sachsen trotzt allerdings dem Trend.

Mehr als 10 000 Sozialwohnungen stehen in Dresden. Sachsen fördert deren Bau seit 2017. Die Mittel fließen in die Landeshauptstadt und nach Leipzig.
Mehr als 10 000 Sozialwohnungen stehen in Dresden. Sachsen fördert deren Bau seit 2017. Die Mittel fließen in die Landeshauptstadt und nach Leipzig. © Robert Michael

Berlin. Für Menschen mit geringem Einkommen bleibt bezahlbares Wohnen eine Herausforderung. Bundesweit ist die Zahl der Sozialwohnungen erneut gesunken. Ende 2018 gab es knapp 42.500 solcher miet- und belegungsgebundenen Wohnungen weniger als ein Jahr zuvor. Die Daten gehen aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der sächsischen Linkenabgeordneten Caren Lay hervor.

Der Gesamtbestand der Sozialwohnungen lag zum Ende des vergangenen Jahres bei rund 1,18 Millionen. Im Jahr 1990 gab es Lay zufolge rund drei Millionen Sozialwohnungen in Deutschland. Zwischen 2002 und 2017 habe sich der Bestand dieser sozial gebundenen Mietwohnungen von 2,5 auf 1,2 Millionen annähernd halbiert, teilte die Bundestagsabgeordnete mit.

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Ihren Recherchen zufolge liefen 2018 bei etwa 70.000 Wohnungen die Bindungen aus, rund 27.000 wurden fertiggestellt. Die Bindungen regeln, dass Verträge nur mit Mietern geschlossen werden dürfen, die aufgrund eines geringen Haushaltseinkommens einen Anspruch haben. Diese Grenzen differieren je nach Bundesland. Die Bindungen umfassen in der Regel Zeiträume zwischen zehn und 30 Jahren.

Dresden hat die meisten Sozialwohnungen

Nach Lays Berechnungen fehlen bundesweit mehr als fünf Millionen solcher Wohnungen. Die Vizefraktionschefin und Wohnungspolitikerin der Linken forderte ein stärkeres Engagement des Bundes: „Statt der geplanten Absenkung der großen Koalition auf nur eine Milliarde Euro braucht es ein öffentliches Wohnungsbauprogramm in Höhe von zehn Milliarden Euro für 250.000 neue Sozialwohnungen pro Jahr.“ Eine einmal geförderte Wohnung solle immer eine Sozialwohnung bleiben, betonte Lay.

In Sachsen ist der Trend gegenläufig. Nach Angaben der Bundesregierung lag der Sozialwohnungsbestand Ende 2018 bei 11.784. Das entspricht binnen Jahresfrist einem Zuwachs von 161 Wohnungen. Seit 2017 fördert der Freistaat wieder entsprechende Bauten. Zuvor wurden rund eineinhalb Jahrzehnte keine solchen Wohnungen errichtet – unter anderem wegen der Abwanderung und des Leerstandes auch in Städten. Doch diese Zeiten sind vorüber.

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