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Pirna

Zahl der Verkehrsunfälle steigt stetig

Elf Menschen starben 2018 auf den Straßen im Landkreis. Zu schnelles Fahren ist Hauptunfallursache.

Ein Opel kam Anfang Dezember an der Stadtgrenze Pirna-Heidenau von der S 172 ab, durchbrach einen Zaun, überschlug sich und landete 50 Meter weiter auf dem Dach. Der Fahrer konnte sich verletzt aus dem Auto befreien.
Ein Opel kam Anfang Dezember an der Stadtgrenze Pirna-Heidenau von der S 172 ab, durchbrach einen Zaun, überschlug sich und landete 50 Meter weiter auf dem Dach. Der Fahrer konnte sich verletzt aus dem Auto befreien. © Marko Förster

Die Polizei will die Geschwindigkeitskontrollen im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge verstärken.

 Das ist eine Konsequenz aus der Verkehrsunfallstatistik für das Jahr 2018. „Verkehrsunfälle mit unangepasster Geschwindigkeit als Ursache haben im Landkreis im Vorjahr vier Menschenleben gekostet. Hier werden wir unsere Kontrolltätigkeit intensivieren“, erklärt der Leiter der Verkehrspolizei Dresden, Gerald Baier. Insgesamt ereigneten sich im Landkreis 6 144 Verkehrsunfälle. Das ist der Höchstwert der vergangenen zehn Jahre. Die Zahl der Verkehrstoten hat sich von sechs auf elf innerhalb eines Jahres fast verdoppelt. Darunter war 2018 auch ein Kind.

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Geschwindigkeit ist Unfallursache Nummer eins

Bei Verkehrsunfällen mit Personenschäden ist unangepasste Geschwindigkeit die Unfallursache Nummer 1. Im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge registrierte die Polizei im Vorjahr 202 solcher Unfälle, das ist gegenüber dem Vorjahr ein Anstieg um 21,6 Prozent. In keiner anderen Kategorie sind die Zahlen so alarmierend. 

Dieser Unfall ereignete sich im vorigen Jahr auf der Müglitztalstraße kurz nach Bärenstein. Offenbar hatte eine Autofahrerin den Gegenverkehr nicht beachtet. Ein Verletzter musste per Helikopter ins Krankenhaus gebracht werden. 
Dieser Unfall ereignete sich im vorigen Jahr auf der Müglitztalstraße kurz nach Bärenstein. Offenbar hatte eine Autofahrerin den Gegenverkehr nicht beachtet. Ein Verletzter musste per Helikopter ins Krankenhaus gebracht werden.  © Egbert Kamprath

Dabei hat die Polizeidirektion Dresden oft kontrolliert. Im gesamten Direktionsbereich, zu dem auch der Landkreis Meißen und die Landeshauptstadt Dresden gehören, führten die Beamten 2018 mehr als 2 000 Geschwindigkeitskontrollen durch. Dabei hatten fast 50 000 Autofahrer die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschritten. Fast 6 000 Raser waren so schnell, dass sie nicht mehr mit einem Verwarngeld davonkamen, sondern strengere Strafen erhielten.

Handyverbot beim Fahren und Gurtpflicht werden öfter missachtet

Die Polizeistatistik weist auch einen starken Anstieg bei Verstößen gegen das Handyverbot aus. Im Direktionsbereich wurden 2018 mehr als 2 500 Fälle geahndet. Das ist ein Anstieg um fast 40 Prozent. Weil Autofahrer wegen des Telefonierens abgelenkt waren, gab es zahlreiche Unfälle mit Sachschäden. Auch die Zahl der Gurtmuffel steigt wieder. Bei Personen, die sich während der Fahrt nicht ordnungsgemäß angeschnallt hatten, stieg die Zahl der Ertappten um 4,2 Prozent.

Drogen spielen kaum eine Rolle als Unfallursache

90 Unfälle (1,4 Prozent) waren auf Alkohol- oder Drogenkonsum der Fahrer zurückzuführen. Das ist ein Rückgang von mehr als zehn Prozent. Das Gros dieser Unfälle wurde von Fahrern verursacht, die unter Alkoholeinfluss standen. Lediglich zweimal waren Drogen im Spiel.

Mehr Verkehrstote auf den Autobahnen A 4 und A 17

Die Zahl der Verkehrsunfälle auf den Autobahnabschnitten im Bereich der Polizeidirektion Dresden ist um 1,9 Prozent angestiegen. Besonders alarmierend ist dabei, dass die Zahl der Verkehrstoten auf den Autobahnen wieder angestiegen ist. War 2017 nur ein einziger Fall zu beklagen, waren es im Vorjahr sieben. 

© SZ-Grafik

Übertroffen wird dies nur vom Jahr 2014, als zwölf Menschen bei Unfällen auf den Autobahnen starben. Polizeirat Baier führt den Anstieg auf ein erhöhtes Verkehrsaufkommen und viele Staus zurück. „Das erhöht das Grundrisiko von Verkehrsunfällen“, erklärt der Leiter der Verkehrspolizei. Kommen nicht angepasste Geschwindigkeit, zu geringer Abstand und Ablenkung hinzu, sei das eine potenziell tödliche Kombination.

Verkehrskontrollen werden weiter verstärkt

Die Polizei will mit größerer Präsenz und mehr Kontrollen für mehr Sicherheit auf den Straßen sorgen. „Die Zahl der tödlichen Unfälle zeigt den ungebrochenen Bedarf“, erklärte Baier. Stolz verkündete er, dass im vierten Jahr in Folge der Kontrolldruck erhöht werden konnte. Im Vorjahr wurden insgesamt mehr als 124 000 Verkehrskontrollen durchgeführt. Dabei wurden über 100 000 Ordnungswidrigkeiten festgestellt. Den Anstieg der Verstöße gegen die zulässige Höchstgeschwindigkeit und das Handyverbot nennt Baier „bedenklich“. Darüber hinaus stünden Alkohol- und Drogenkontrollen bei Kraftfahrern im Fokus der Polizei.

Schrottautos werden aus dem Verkehr gezogen

Verstärkt hat die Polizei die Kontrollen von Fahrzeugen im gewerblichen Güter- und Personenverkehr. 482 Fahrern wurde die Weiterfahrt untersagt, weil die festgestellten Mängel an ihrem Firmenfahrzeug zu gravierend waren. Das ist ein leichter Rückgang zu 2017, obwohl erheblich mehr kontrolliert wurde.

Fast jede zweite Unfallflucht wird aufgeklärt

Die Zahl der Unfallfluchten ist 2018 leicht auf 1 349 Fälle gestiegen. Die Aufklärungsquote im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge lag bei 41,6 Prozent. Zum Vergleich: In Dresden lag sie bei 33,6 Prozent, im Landkreis Meißen wurden 42,2 Prozent der Fälle aufgeklärt.

© Tabelle: SZ