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Serie von Autoeinbrüchen in Radeberg

Die Taten werden teilweise tagsüber begangen. Die Polizei vermutet Beschaffungskriminalität. Was die Betroffenen sagen.

Am Radeberger Bahnhof war dieses Auto abgestellt. Als die Besitzerin wieder kam, war von der Seitenscheibe nicht mehr viel übrig.
Am Radeberger Bahnhof war dieses Auto abgestellt. Als die Besitzerin wieder kam, war von der Seitenscheibe nicht mehr viel übrig. © privat

Radeberg. Autos scheinen derzeit in Radeberg nicht mehr sicher zu sein: Ständig werden die Scheiben von geparkten Wagen eingeschlagen. Zuletzt waren die Täter am vergangenen Wochenende unterwegs. Sie zerstörten die Scheibe eines Skoda und stahlen aus dem Auto eine Jacke und ein Portmonee. Der Vorfall ereignete sich nach Angaben der Polizei in Radeberg in der Straße Am Silberberg. In der gleichen Nacht nur einige Straßen weiter, wendeten sie an der Otto-Uhlig-Straße die gleiche Masche an. Wieder zertrümmerten sie vermutlich mit einem schweren Gegenstand eine Autoscheibe. Diesmal war ein VW Transporter das Ziel. Besonders perfide: Der Wagen stand bereit für die Urlaubsfahrt. Vermutlich wollten die Besitzer am Morgen in die Ferien starten. Jetzt muss erst einmal die Scheibe repariert werden. Außerdem fehlten Teile des Urlaubsgepäcks.

Am helllichten Tag zugeschlagen

Das waren aber offenbar nicht die einzigen beiden Fälle am Wochenende in der Stadt. Am Obergraben hat Anwohner Gert Mentner ebenfalls eine eingeschlagene Autoscheibe entdeckt. „Ich kann mich noch genau erinnern, ich bin am Sonntag gegen 16.30 Uhr nach Hause gekommen. Da war die Seitenscheibe des silbergrauen Autos vor unserer Haustür noch unbeschädigt“, sagt er. Dann gab es diesen starken Regen. „Als ich gegen 18 Uhr mein Fenster wieder geöffnet habe, war sie zerschlagen. Das muss also am helllichten Tage passiert sein, kaum zu glauben, diese Unverfrorenheit“, sagt er. Aus seinem Fenster hat er einige Fotos gemacht sie und bei Facebook gepostet, darunter ein besorgter Aufruf: „Haltet mal bitte die Augen auf.“ 

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Schon vor einigen Tagen hatte es das Auto einer Radebergerin am Bahnhof erwischt. Sie stellte es am 10. Juli, an einem Freitag, frühmorgens ab. Als sie wiederkam, war die Scheibe der Beifahrertür eingeschlagen. Gestohlen wurde nichts. Bereits zwischen dem 6. und dem 8. Juli war ein Auto auf der Pirnaer Straße Ziel der Täter. Sie schlugen hier ebenfalls eine Seitenscheibe ein. „Vielleicht hat ja jemand was bemerkt. Jeder Tipp hilft weiter“, schreibt der Halter. Sind hier Randalierer am Werk oder werden gezielt Scheiben zerschlagen, um die Fahrzeuge zu stehlen oder wollen die Täter einfach an Geld und Wertgegenstände kommen? Die Polizei geht von Letzterem aus. „Die Einbrüche beziehungsweise Beschädigungen zielten darauf ab, an Gegenstände zu gelangen, die meist gut von außen sichtbar im Auto waren. Das Tatmotiv könnte im Bereich der Beschaffungskriminalität liegen“, sagt Anja Leuschner von der Polizeidirektion in Görlitz.

Die meisten Tatorte liegen dicht beieinander

Die Beamten vermuten auch, dass es einen Zusammenhang zwischen den Taten gibt. „Er ist aufgrund des gleichartigen Vorgehens wahrscheinlich“, sagt die Polizistin. Nach ihren Angaben haben sich derartige Vorfälle in der jüngsten Zeit gehäuft. „In den letzten drei Wochen registrierte die Polizei in diesem Zusammenhang acht Anzeigen und nahm die Ermittlungen auf.“ Auch liegen die Tatorte bis auf einen dicht beieinander. „Sieben Autoscheiben wurden unmittelbar in der Stadt Radeberg eingeschlagen, ein Tatort lag im Ortsteil Ullersdorf.“ Zu allen Vorfällen laufen nach Angaben von Anja Leuschner die Ermittlungen. „Alle aufgenommenen Straftaten bearbeitet der Kriminaldienst des Kamenzer Reviers, unter Berücksichtigung jeweils vorliegender Spuren und Hinweise“, sagt sie. Die Ermittlungsakten werden nach Abschluss der Ermittlungen an die Staatsanwaltschaft übergeben. 

Ob es derzeit eine heiße Spur gibt, teilte die Beamtin nicht mit. Die Polizei weist in dem Zusammenhang ausdrücklich darauf hin, keine Wertsachen oder oder Taschen und Koffer, die einen entsprechenden Inhalt vermuten lassen, in Kraftfahrzeugen liegen zu lassen. „Dieben genügen bereits Minuten für das Zerschlagen der Scheibe, um an ihre Beute zu gelangen. Das Auto ist kein Tresor“, so die Polizistin. In den sozialen Netzwerken werden die Vorfälle heftig kommentiert. So schreibt ein Nutzer: „Unfassbar, ohne Worte.“ Ein weiterer sieht den Ruf Radebergs gefährdet. „Schämt Euch, Ihr Vandalen und Hirnlosen! Zerstört den guten Ruf unserer schönen Stadt nicht!“ Ein anderer postet: „Am helllichten Tag. Das ist doch nicht normal, was hier in Radeberg los ist.“ „Was stimmt den bloß mit manchen Leuten nicht“, fragt sich eine weitere Nutzerin besorgt. Oder die Betroffenen machen einfach ihrem Ärger Luft. „Bei uns wurde ,nur‘ die Scheibe eingeschlagen. Einfach willkürlicher Vandalismus.“

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