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Vorfreude auf den Super-Bob

Vize-Olympiasieger Nico Walther ist zum Probesitzen unterwegs. Vorher gab es ein Sommerfest mit einem besonderen Gast.

Am Donnerstagabend verabschiedeten Bobpilot Nico Walther (2. v. r.) und sein Team ihren Ex-Anschieber Kevin Kuske (Mitte) auf Schloss Burgk in Freital.
Am Donnerstagabend verabschiedeten Bobpilot Nico Walther (2. v. r.) und sein Team ihren Ex-Anschieber Kevin Kuske (Mitte) auf Schloss Burgk in Freital. © Stephan Klingbeil

Der neue Bob ist fertig. Für rund 80.000 Euro hat sich Viererbob-Vize-Olympiasieger Nico Walther einen maßgeschneiderten Schlitten in Österreich bauen lassen, ging dabei finanziell an die Grenze. Mit dem Modell von Wolfgang Stampfer will der WM-Dritte von Whistler künftig schneller sein.

Die Viererbobs aus der FES-Schmiede waren zuletzt nicht schnell genug. Mit dem privat finanzierten Gerät will Walther bei der Heim-WM 2020 in Altenberg mindestens eine Medaille holen. Ehe er und seine Teamkollegen am Freitagmorgen zum ersten Probesitzen nach Innsbruck geflogen sind, stand für sie am Donnerstagabend noch ein anderer wichtiger Termin auf dem Plan. Denn zum Sommerfest mit den Unterstützern des Bobteams Walther auf Schloss Burgk in Freital haben sie einen ganz Großen des Sports offiziell verabschiedet: Ex-Anschieber Kevin Kuske.

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Der 40-jährige Potsdamer ist mit seinen 40 Medaillen bei Olympia, Welt- und Europameisterschaften der erfolgreichste Bobsportler der Welt. „Das habe ich auch Nico zu verdanken“, sagt Kuske, der seine imposante Medaillensammlung mit Silber bei den Winterspielen 2018 in Pyeongchang erweitert hatte und dann seine Sportlerkarriere nach rund 20 Jahren beendete.

Nun der offizielle Zapfenstreich: Kuske hatte die Verabschiedung schon mehrfach verschieben müssen. Der jetzt als Nachwuchskoordinator und Trainer in Potsdam tätige Hüne war wegen Auftritten in Fernsehshows wie „Dancing On Ice“ oder „Ewige Helden“ unterwegs und hat bereits zwei weitere TV-Projekte in Aussicht, über die er allerdings „noch nicht reden darf“.

Zu seiner Verabschiedung in Freital brachte Kuske auch seine Labradore Amy und Zeus mit, die sich gleich prächtig mit Milow, dem Golden Retriever von Walther, verstanden. Zum Abschied am Donnerstag hatte der Kreissportbund Kuske eine Collage überreicht und einen emotionalen Videorückblick seiner letzten Olympischen Spiele 2018 zusammengeschnitten. Der vierfache Olympiasieger hatte Gänsehaut.

Vor allem sein Entdecker und langjähriger Trainer Gerd Leopold war voll des Lobes für die lebende Boblegende: „Er ist ein klasse Typ, ein toller Sportkamerad, ein echter Profi!“ Nico Walther knüpfte nahtlos an die Lobeshymnen an: „Als ich ein Kind war und ihn an der Bahn sah, hat er mich beeindruckt, Kevin war ein Idol für mich“, erinnert sich der in Freital geborene und in Altenberg aufgewachsene 29-Jährige. „Unglaublich, dass er dann noch 2018 mit mir zusammen Silber bei Olympia geholt hat.“

Anschieber fallen verletzt aus

Seine eigene Erfolgsgeschichte will Walther indes im Winter fortschreiben. „Die Heim-WM ist mindestens genauso wichtig für mich wie Olympia“, betont er. „Da legt man im Training noch ein paar Prozente drauf. Ich fühle mich fit, ich bin gut drauf.“

Anders seine Anschieber: Der neue Bremser in Walthers Team, Joshua Bluhm vom BSC Winterberg, ist stark erkältet, Kevin Korona plagt ein mehrfacher Trümmerbruch im Fuß. Und Alexander Rödiger fällt wegen einer heftigen Knieverletzung wohl bis Jahresende aus. Immerhin sind die Anschieber Eric Franke und Philipp Wobeto fit. Beide kamen übrigens später zu Kuskes Abschied in Freital. Wobeto hatte in Potsdam einen Unfall, an der er schuldlos war.

„Naja, wenn ich bei der WM gebraucht werde, kann ich ja einspringen“, schmunzelt Kuske. Er wolle aber auf jeden Fall als Zuschauer nach Altenberg kommen.

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