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Trotz moderner Straßenlampen bleibt es auf manchen Abschnitten in Ebersbach nachts dunkel. Das Problem ist bekannt – aber kaum zu lösen.

Von Romy Kühr

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Ein Abendspaziergang auf dem Ritterbachweg fällt zurzeit nicht gerade erhellend aus. Und das ist durchaus wörtlich zu nehmen. Denn obwohl es an der kleinen Anliegerstraße am Rande von Ebersbach Straßenlampen gibt, bleibt es hier oft dunkel, hat ein Anwohner beobachtet. Dabei sind die Laternen sogar nagelneu und sehr modern – nicht nur optisch, sondern auch technisch. Die Stadt hat am Ritterbachweg Solarleuchten installiert. Doch die haben ein Problem. Scheint zu wenig Sonne, können sie nicht genügend Energie speichern, um die ganze Nacht die Straße zu beleuchten. Das kommt laut dem Anwohner gerade in den letzten Wochen recht häufig vor und hat auch einen ganz natürlichen Grund: Der Hainberg ist im Weg. „Im Winter, wenn die Sonne niedrig steht, kommt sie kaum über den Berg“, berichtet der Ebersbacher. Die Laternen mit den Solarmodulen stehen die meiste Zeit des Tages im Schatten.

Technik regelt Laternen

Das Problem, dass die Solarlampen nicht immer einwandfrei funktionieren, ist der Stadt bekannt. Die Lampen haben einen Akku, erklärt Bernd Noack von der Stadtverwaltung die Technik, die in der modernen Straßenbeleuchtung steckt. Der hält auch mal fünf Tage ohne Sonne durch, sagt er. Installiert sind zwei Schaltstufen. Ist der Akku schwach, leuchtet die Lampe zunächst weniger stark. Fällt er unter eine bestimmte Kapazität, geht das Licht ganz aus. „Das ist alles elektronisch geregelt“, erläutert Noack die technischen Details. Daher könne es durchaus vorkommen, dass es mal ganz finster bleibt an den entsprechenden Straßenabschnitten. „Dabei handelt es sich aber um wenige Tage im Jahr“, sagt Bernd Noack. Denn auch wenn die Sonne nicht direkt auf das Modul scheint, würde dennoch etwas Energie gespeichert. Dass es manchmal trotzdem nicht für eine durchgängige Beleuchtung reicht, ist für die Anwohner sicher ärgerlich, ließe sich aber nicht ändern. Sinnvoll wäre es, sagt Noack, wenn ein Anwohner mal genau auflisten würde, an welchen Tagen die Lampen brennen und wann nicht. „Das wäre auch für uns in der Stadtverwaltung mal interessant und hilfreich.“

Installiert hat die Stadt die modernen Solarlampen dort, wo ein Erdkabel nur mit großem Aufwand zu verlegen gewesen wäre und sich das nicht gelohnt hätte. Das gilt zum Beispiel auch für Straßen, die erst vor Kurzem neu saniert wurden. „Wir wollten vermeiden, die neue Straße gleich wieder aufzugraben.“ In den meisten Fällen sei aber der Grund für die Solarlösung, dass es mehr Kosten und Aufwand bedeutet hätte, viele Meter Kabel zu verlegen, um das zentrale Stromnetz zu erreichen. Das betrifft vor allem abgelegene Straßen. Nicht nur am Ritterbachweg, auch an der Jahnstraße in Ebersbach und am Oberen Viebig sind zum Beispiel solche Solarlaternen installiert worden. „Sie sind schon teurer als normale Straßenlampen und amortisieren sich erst nach Jahren“, räumt Noack ein. Dennoch sei das günstiger, als der Aufwand, über weite Strecken ein Erdkabel im Boden einzugraben.

An seiner Straße seien die neuen Solarleuchten schon vor der letzten Wintersaison 2013/14 errichtet worden, erzählt der Anwohner vom Ritterbachweg. Doch damals gab es dort noch die alten Laternen, die über Freileitungen mit Strom versorgt wurden. Die wurden im November 2014 endgültig abgebaut, aber nicht durch Erdkabel, sondern eben durch die Solarlösung ersetzt. Jetzt bleibt es oft finster in dem Viertel an der Ortsgrenze zu Friedersdorf. Das ist eigentlich gänzlich gegen die Politik der Stadt. Denn ganz bewusst lässt Ebersbach-Neugersdorf die Straßenbeleuchtung auch nachts brennen, sie wird nicht wie in anderen Gemeinden abgeschaltet. Um den Einwohnern ein Gefühl von mehr Sicherheit zu geben, wie die Stadt für die Maßnahme warb. „Der Zustand, den wir jetzt haben, ist aber hier an der Grenze nicht günstig“, so der Ebersbacher Anwohner.

Das Licht bleibt an

Auch wenn die Stadt gegen das technische Problem vorerst nichts unternehmen kann, so ist ihr die Sicherheit ihrer Bürger wichtig, betont Noack. So werde es auch weiterhin im Grenzgebiet keine Nachtabschaltung geben, sagt er. Nur in ganz wenigen Straßenzügen in der Innenstadt geht das Licht nachts aus. Die überwiegenden Teile der Stadt sind aber durchgehend beleuchtet. Es gebe zwar keinen direkten, nachweisbaren Zusammenhang zwischen Straßenbeleuchtung und Kriminalität, sagt Noack. „Aber es gibt den Leuten ein Gefühl der Sicherheit, wenn die Straßenlampen anbleiben.“ Deshalb will die Stadt auch weiterhin daran festhalten. Das kann sie sich auch leisten, weil sie jüngst beim Stromverbrauch sogar eingespart hat. „Wir haben unsere Verträge umgestellt und können dank der neuen Tarife 6 000 Euro sparen“, verkündet Bernd Noack.