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Zehn Kilometer Stau nach Auffahrunfall

Auf der Autobahn krachten gestern früh drei Autos zusammen. Zu allem Unglück wurde dabei auch noch ein Lkw-Tank aufgeschlitzt.

Von Thomas Drendel

Autofahrer auf der A 4 mussten gestern viel Zeit mitbringen. Im Laufe des Vormittags ereigneten sich in Fahrtrichtung Dresden gleich mehrere Unfälle. Als Erstes krachte es gegen 8 Uhr nur wenige Hundert Meter vor der Abfahrt Ottendorf. Nach Angaben der Polizei musste ein 42-jähriger Passat-Fahrer bremsen, da auch vor ihm die Bremsleuchten aufleuchteten. Ein nachfolgender 55-jähriger Fahrer eines Renault Megane bremste ebenfalls. „Im Rückspiegel sah er dann, wie sich ein Renault Laguna mit hoher Geschwindigkeit näherte und schließlich in das Heck krachte“, sagte Polizeisprecher Thomas Knaup. Durch die Wucht des Aufpralls wurde der Megane erst nach rechts geschleudert, wo er mit einem Lkw zusammenprallte und dann von dem Laguna gegen den VW Passat geschoben wurde. „Verletzt wurde glücklicherweise niemand“, sagte Knaup.

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Neben der Polizei wurde die Feuerwehr in Seifersdorf und Leppersdorf alarmiert. Grund war der aufgeschlitzte Tank des Lkw. „Wir haben den Riss abgedichtet, die Batterien der beteiligten Autos abgeklemmt und halfen, die Fahrbahn zu reinigen“, sagt Gerald Gersdorf, Chef der Seifersdorfer Wehr. Akute Brandgefahr bestand nach seinen Aussagen nicht, da es sich bei dem auslaufenden Kraftstoff um Diesel handelte, der schwer entzündlich ist. „Diesel ist jedoch ein Gefahrgut, das nicht ins Erdreich dringen darf. Deshalb wurde auch der Kreisbrandmeister zum Unfallort gerufen“, sagt der Feuerwehrchef. Insgesamt waren neun Feuerwehrleute im Einsatz.

Für die Aufnahme des Unfalls und die Bergung der beteiligten Fahrzeuge musste die Autobahn in Richtung Dresden bis gegen 10.30 Uhr gesperrt werden. Die Autos stauten sich auf einer Länge von etwa zehn Kilometern. An dessen Ende ereignete sich wenig später ein weiterer Auffahrunfall. Ein Honda Civic mit einem 65-jährigen Fahrer war auf das Heck eines Citroëns geprallt. Verletzt wurde auch hier niemand. Der Sachschaden betrug an jedem Auto etwa 2 500 Euro. Nach Angaben der Polizei herrschte zur Unfallzeit auf der A 4 in Fahrtrichtung Dresden dichter Verkehr. „Es war nicht nur der allmorgendliche Berufspendlerverkehr. Auch Wochenendpendler und zahlreiche Lkw aus Polen waren auf der Autobahn unterwegs. Nicht selten kommt es im dichten Reiseverkehr zu folgeschweren Bremsmanövern mit Domino-Effekt“, sagt Thomas Knaup. Die Polizei rät, ausreichend Zeit für die Fahrten einzuplanen und vorsichtig zu fahren. „Rechnen Sie mit den Fehlern anderer Verkehrsteilnehmer und plötzlichen Bremsmanövern. Seien Sie selbst bremsbereit und halten Sie ausreichend Sicherheitsabstand“, sagt der Beamte. Als Faustformel gilt ein Abstand in Metern des halben Tachowertes. Bei einer Geschwindigkeit von Tempo 100 sollten Sie also mindestens 50 Meter Sicherheitsabstand zum Vorausfahrenden einhalten.

Wie schnell Autofahrer mitunter unterwegs sind, zeigt eine Geschwindigkeitsmessung vom Pfingstwochenende. In der Nacht zum Sonnabend hatte die Polizei einen Blitzer zwischen den Anschlussstellen Ohorn und Burkau in Fahrtrichtung Görlitz aufgebaut. Von den 4327 gemessenen Autos war jedes sechste zu schnell. 86 Fahrer überschritten das vorgegebene Tempo 100 um knapp 40 km/h, 28 weitere rasten mit etwa Tempo 160 am Messgerät vorbei Trauriger Spitzenreiter war ein in Hessen zugelassener Audi mit 180 km/h. Auf dessen Fahrer warten ein dreimonatiges Fahrverbot, zwei Punkte in Flensburg sowie etwa 600 Euro Bußgeld.