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Zeit der Störche

In Zehren sind schon drei Vögel geschlüpft. Auch auf den anderen Horsten sieht es gut aus. Die kritische Zeit kommt aber noch.

Drei Storchenküken sind bisher in Zehren geschlüpft. ein viertes kommt in diesen Tagen.
Drei Storchenküken sind bisher in Zehren geschlüpft. ein viertes kommt in diesen Tagen. © privat

Zehren.  Jürgen Biller entgeht nichts. Jedenfalls nichts, was sich in dem in 22 Meter Höhe befindlichen Horst auf dem Schornstein einer ehemaligen Fabrik in Zehren abspielt. Denn auf das Nest ist permanent eine Videokamera gerichtet. Die Bilder, die er über diese Kamera sieht, erfreuen das Herz des Storchenbeauftragen des Altkreises Meißen. Seitdem pünktlich zu Ostern das Storchenpaar wieder in Zehren einflog, hat die Störchin vier Eier ins Nest gelegt. Aus dreien sind inzwischen die Storchenküken geschlüpft. Und auch das vierte wird sich wohl in Kürze aus der Schale pellen. 

"Die Storcheneltern sind gut am Füttern, schleppen sogar Mäuse an. Die sind freilich zu groß für die Schnäbel des Nachwuchses", sagt der Zehrener.  Auch auf den anderen Horsten des Altkreises, für die er zuständig ist, sieht es gut aus. Alle Horste in Nossen, Niederlommatzsch, Lommatzsch und in Meißen-Zaschendorf sind besetzt. Wie viele Storchenküken dort bisher geschlüpft sind, kann er aber nicht genau sagen. In diese Horste blickt keine Kamera.

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Dennoch rechnet der Storchenbeauftragte mit einem ähnlich guten Storchenjahr wie 2019. Da wurden zwölf Jungstörche großgezogen, in den beiden Jahren zuvor waren es jeweils zehn.  Das sind also zwei pro Paar, genau jene Zahl,  die nötig ist,  um den Storchenbestand zu erhalten. Dieser hat sich in den vergangenen Jahren stabilisiert. 2016 hingegen waren sachsenweit pro Paar nur 1,6 Storchenküken großgezogen worden.   

Doch abgerechnet wird zum Schluss. "Die ersten 14 Tage sind die kritische Phase, sie sind entscheidend, ob und wie viele Störche überleben werden", sagt Jürgen Biller. Gibt es zu wenig Nahrung, werfen nämlich die Storcheneltern Nachwuchs kurzerhand aus dem Nest. Auch Nachtfröste und lang anhaltender Starkregen könnten für die Jungen lebensgefährlich werden. Nach beidem sieht es aber derzeit nicht aus, im Gegenteil. Es sind zeitweise leichte Regenschauer vorhergesagt. Die sind sogar gut. Denn dann gibt es genügend Insekten. Und so wird Jürgen Biller auch in den nächsten Tagen und Wochen interessiert auf die Livebilder aus dem Storchennest schauen. 

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