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Zeithainer protestieren gegen Umleitung

Jetzt sollen Köpfe rollen! Der Zeithainer Gemeinderat Peter Patz hat eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen einen Mitarbeiter im Landratsamt eingereicht. Wolfgang Regenhardt von der Unteren Verkehrsbehörde wirft er vor, durch seine Planung Kinder gefährdet und Straßen zerstört zu haben.

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Von Antje Becker

Jetzt sollen Köpfe rollen! Der Zeithainer Gemeinderat Peter Patz hat eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen einen Mitarbeiter im Landratsamt eingereicht. Wolfgang Regenhardt von der Unteren Verkehrsbehörde wirft er vor, durch seine Planung Kinder gefährdet und Straßen zerstört zu haben. Mit der von Regenhardt „willkürlich“ festgelegten Umleitung wegen des Brückenbaus an der B169 (siehe Kasten) geraten nicht nur die Zeithainer Jungen und Mädchen in Gefahr, wenn sie auf ihrem Schulweg die Verkehrsadern kreuzen, sondern werden auch zum Teil neu gebaute Straßen in der Kommune kaputt gefahren, so Patz.

Mit der Beschwerde protestieren die Zeithainer nicht zum ersten Mal gegen den Verkehr, den ihnen das Landratsamt seit Wochen wegen der Umleitung zumutet. Stündlich rasen bis zu 400Fahrzeuge, darunter etliche Lkw, durch das Dorf.

Viele Fahrer kürzen ab

Und es werden vermutlich mehr, die Abkürzung durch Zeithain und Röderau wird noch intensiver genutzt. Denn vor wenigen Tagen musste die Umleitungsstrecke geändert werden (siehe Grafik), weil ein Begegnungsverkehr von Lkw auf der Streumener Straße „nicht mehr zu verantworten ist“, so die Leiterin des Verkehrsamtes Meißen Heike Wauer.

Den Vorwurf der Zeithainer, am Ausbau der Umgehungsstrecke gespart zu haben, lässt Jochen Boragk vom Straßenbauamt Meißen-Dresden nicht gelten. Über 200000Euro waren im Vorfeld der Umleitung unter anderem für die Verbreiterung der Streumener Straße vorgesehen. „Es wurde erheblich mehr ausgegeben“, so Boragk. Zudem habe die Kreisstraßenmeisterei in den vergangenen Wochen in Sicherungen investiert. Das hätte aber letztlich nichts mehr gebracht. Die Streumener Straße wurde zur Einbahnstraße, genau wie Borntelle und Abendrothstraße.

Varianten abgelehnt

Letztere wurde aber gerade erneuert, empört sich Bürgermeister Hannes Berger. Die Gemeindestraßen seien für den umgeleiteten Schwerlastverkehr nicht ausgelegt, weshalb alle bisherigen Umleitungsvarianten strikt abgelehnt wurden. Ohne Erfolg. Zeithains Bauamt habe nun den Zustand aller voraussichtlich betroffenen Straßen dokumentiert, um eventuell Schadenersatz geltend zu machen.

Zumindest einen Teilerfolg hat die Gemeinde aber errungen: Gestern richtete das Landratsamt eine Fußgängerampel am Sternplatz ein. Sie dient der Sicherheit der Kinder, sagte Kreissprecher Eberhard Franke. Dem vorausgegangen war unter anderem eine Petition von Anwohnern. Eine Straßenblockade, wie sie zwischenzeitlich im Gespräch war, ist damit erst einmal vom Tisch. Allerdings hat die Gemeinde weitere Forderungen: So soll die 30er Zone für die Röderauer Dorfmitte ausgeweitet werden.

Die Dienstaufsichtsbeschwerde, die der SZ vorliegt, ist indes laut Franke noch nicht im Landratsamt bekannt. Auch einen Kommentar zu angeblich weiteren Vorwürfen gegen die Untere Verkehrsbehörde gab es auf SZ-Anfrage nicht.