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Zeitplan für Weißwassers neue Bahnbrücke weiter offen

Die Bundesstraßenbrücke ist ein Nadelöhr. Seit ein Panzer auf einem Truppentransport per Zug sie beschädigte, ist sie eine noch größere Gefahrenquelle.

Die Bahnbrücke in Weißwassser ist beliebt bei Paaren, die mit angebrachten Schlössern ihre Verbundenheit bekunden. Trotzdem ist sie gefährlich, muss neu gebaut werden.
Die Bahnbrücke in Weißwassser ist beliebt bei Paaren, die mit angebrachten Schlössern ihre Verbundenheit bekunden. Trotzdem ist sie gefährlich, muss neu gebaut werden. © Joachim Rehle

Weißwasser. Täglich passieren unzählige Lkw, Busse, Autos, Radfahrer, Motorräder und Fußgänger die Brücke im Stadtzentrum. Seit Frühjahr 2020 nur noch mit 30 km/h und maximal 40 Tonnen Gewicht.Das Bauwerk ist unverzichtbar, weil es die Bahnlinie Cottbus-Görlitz überspannt. Doch seit die Brücke im März bei einem Truppentransport amerikanischer Streitkräfte innerhalb der Nato-Übung „Defender“ durch einen Panzer beschädigt wurde, ist das Bauwerk für unbestimmte Zeit verengt worden und nur noch eingeschränkt nutzbar. „Wir reden hier nicht über eine kleine Anliegerstraße, sondern eine Bundesstraße auf der Brücke“, erklärt Weißwassers OB Torsten Pötzsch, der sich über die zusätzlich entstandene Verkehrsbehinderung in der Stadt ärgert und darüber, dass es seit März „keine Bewegung“ beim Thema Bahnbrücke gibt.

 Als kürzlich Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer in der Stadt war, sprach Pötzsch das Problem erneut an. Immerhin gab Kretschmer kurz nach dem Unfall innerhalb der Militärtransporte das Versprechen ab, dass die Brücke – im Falle großer Schäden– neu gebaut wird.

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Für das Landesamt ist klar, wer zahlt

Ein Neubau kommt definitiv. Darüber informierte das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) bereits am 1. April öffentlich. Damals wie heute heißt es aber, dass „nicht der Unfallschaden ursächlich“ den Ersatzneubau der B 156-Bahnbrücke begründe. Das Bauvorhaben sei vielmehr Bestandteil der mittelfristigen Planung der Niederlassung Bautzen des Lasuv. „Die Realisierung wird in Abhängigkeit von der Grundsatzentscheidung zur Elektrifizierung der Bahnstrecke Görlitz-Cottbus und den Planungen der Deutsche Bahn AG zur Elektrifizierung erfolgen“, erklärt Pressesprecher Franz Grossmann von der Lasuv-Zentrale in Dresden auf Tageblatt-Anfrage zum Planungsstand für den Neubau.

Inzwischen ist das mit dem Kohleausstieg verbundene Strukturstärkungsgesetz vom Bundestag beschlossen worden, und in einem speziellen Maßnahme- und Vorbereitungsgesetz sind 16 ausgewählte Verkehrsinfrastrukturprojekte enthalten, die nun einige Jahre schneller umgesetzt werden können. Darunter der zweigleisige und elektrifizierte Ausbau der Bahnverbindung Berlin-Cottbus-Görlitz für mindestens 160 km/h Geschwindigkeit. Somit ist der rechtliche Rahmen für den Start der Projektplanung – und damit ebenfalls für die Planung des Brückenneubaus in Weißwasser – gegeben. Klare Aussagen zu einem Baustart für die Brücke sind zum gegenwärtigen Zeitpunkt allerdings trotzdem nicht möglich. Allerdings untersuche das Lasuv, laut Grossmann, derzeit Möglichkeiten für eine Verstärkung beziehungsweise einen Ersatz des geschädigten westlichen Brückenpfeilers, um die Fahrbahneinengung und verbundene Einschränkungen hinsichtlich Geschwindigkeit und Tonnage bis zum Ersatzneubau aufheben zu können. 

Was die Finanzierung des Brückenbaus betrifft, so erklärt der Lasuv-Sprecher: „Nach derzeitiger Aktenlage wird das Transportunternehmen des NATO-Transportes, die DB Cargo AG, die Schadensbegleichung übernehmen.“Fazit: Weißwasser bekommt eine neue Brücke, ohne dafür zahlen zu müssen. Bevor der Neubau, im Volksmund schon „amerikanische Brücke“ genannt, eingeweiht werden kann, muss jedoch noch Jahre mit Übergangslösungen gelebt werden.

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