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Zentendorf ist vom Neiße-Hochwasser am stärksten betroffen

Die Schäden durch das Hochwasser wurden im Gemeinderat analysiert. Reparaturbedarf istin allen drei Neißedörfern.

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Von Steffen Gerhardt

Die drei Neißedörfer Deschka, Zentendorf und Zodel sind vom Neißehochwasser betroffen, die größten Schäden gab es dabei in Zentendorf, schätzte Bürgermeister Ewald Ernst vor dem Gemeinderat ein. Zwei Wohnhäuser waren in Zentendorf von der Flut so stark betroffen, dass die Mieter in andere Wohnräume der Gemeinde umziehen mussten. Ebenso im Park sind die Schäden sehr hoch, hat das Hochwasser die viele Arbeit des Kultur- und Heimatvereins zunichte gemacht (SZ berichtete am Sonnabend). Immerhin, so die Beobachtung in Zentendorf, erreichte die Flutwelle der Neiße mit 7,20 Metern einen neuen Höchststand und lag damit 20 Zentimeter über dem Hochwasser von 1981.

Als Hindernis für die Neiße erwiesen sich die beiden Brücken-stümpfe in Zentendorf. Schließlich suchte sich das Wasser auf deutscher Seite seinen Weg an dem Brückenkopf vorbei und schwemmte ins Dorf und auch die Böschung ab. Außerdem nagte die Neiße am Weg zum Östlichsten Punkt, von dem nun ein Stückchen fehlt. „Glück hatten wir mit dem Neißeradweg, er blieb in unserem Bereich ohne Beschädigungen“, sagte der Bürgermeister nach einer Befahrung mit dem Bauamt.

Probleme gab es hingegen mit der Abwasserentsorgung. Sowohl in Zentendorf, als auch in Deschka und Zodel waren Pumpwerke ausgefallen aufgrund der hohen Niederschlagsmengen.

Nicht unbeschadet hat die Fußgängerbrücke in Deschka das Hochwasser überstanden. Auf polnischer Seite spülte die Neiße die Böschung am Brückenkopf ab. Ob die Fundamente auch in Mitleidenschaft gezogen wurden, wird von polnischer Seite überprüft. Jedenfalls ist die Brücke für Fahrzeuge nun richtig gesperrt. Fußgänger und Radler dürfen aber darüber.

Verluste hat auch die Landwirtschaft zu verbuchen: Mehrere 100 Hektar Grünland und Felder waren in Neißenähe überflutet und in den Senken bildeten sich Seen.

Kritik äußerte Gemeinderat Hermann Walter an den fehlenden Sandsäcken in Deschka und Zentendorf. „Wir hätten fünf Stunden Zeit zum Befüllen gehabt, aber es war nichts da!“ Da nützt es wenig, wenn die Säcke in Lohsa liegen.