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Zerstörungswut endet mit mildem Urteil

Vier junge Männer haben in Zittau vor Gericht gestanden, weil sie vom Alkohol benebelt in Ebersbach-Neugersdorf zwei Autos demolierten - keine zufällige Tat.

Symbolbild.
Symbolbild. © Symbolbild: dpa

Erst reichlich Alkohol getrunken, dann zwei Autos zerstört und am Ende mit einem milden Urteil davon gekommen: Vier junge Männer aus Löbau und Lawalde mussten jetzt vors Zittauer Gericht wegen gemeinschaftlicher Sachbeschädigung.

Am 16. April begaben sich die damals 18- und 19-Jährigen nach Ebersbach-Neugersdorf. Vom Alkohol benebelt zogen sie gegen 2 Uhr zum Auenweg und demolierten einen dort abgestellten Audi 80. Mittels eines selbst gefertigten Schlagstocks zerstörten die jungen Männer die Heckscheibe, beide Seitenscheiben rechts sowie den dortigen Außenspiegel.  Sachschaden: etwa 1.300 Euro. Anschließend liefen die vier zum Oberen Kirchweg. Dort demolierten sie einen abgestellten, zur Tatzeit nicht zugelassenen Audi. Mit Fußtritten, Steinen und einer Schnapsflasche zerstörten sie die Frontscheibe, beide Scheiben rechts, die Heckscheibe sowie beide Außenspiegel. Sachschaden: rund 2.000 Euro.

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Nachdem Staatsanwalt Rochus Gun die Anklage verlesen hatte, räumten die jungen Männer ihre Schuld voll und ganz ein. Man sei eben sehr betrunken gewesen, sagte einer von ihnen ziemlich kleinlaut. Nun, sicher habe auch er in diesem Alter mal etwas über den Durst getrunken, erwiderte Richter Holger Maaß. Deshalb sei ihm aber nie der Gedanke gekommen, mutwillig fremdes Eigentum zu zerstören. 

Die Angeklagten rechtfertigten ihr Vorgehen damit, die Eigentümer der Autos für deren Taten zu bestrafen. Einer berichtete, dass die beiden seinen Bruder überfahren wollten. Und es habe noch weitere Zwischenfälle gegeben. Tatsächlich betätigte Richter Maaß, dass die Geschädigten ähnliche Straftaten begangen und noch gar nicht alle von ihnen angerichteten Schäden wieder beglichen hätten. 

Das war auch Beatrix Berger als Vertreterin der Jugendgerichtshilfe bekannt. Sie verwies auch darauf, dass die vier Beschuldigten bisher strafrechtlich nicht in Erscheinung getreten waren. Sie hätten eine ordnungsgemäße Ausbildung absolviert und gingen nun alle einer geregelten Arbeit nach, berichtete die Vertreterin. Sicher seien die beiden im Fokus der Hauptverhandlung stehenden Straftaten verwerflich, aber man müsse doch gewisse Relationen wahren. Sie schlug vor, das Verfahren gegen eine gewisse Auflage vorläufig einzustellen. Dieser Ansicht schlossen sich sowohl Richter Holger Maaß als auch Staatsanwalt Rochus Gun an. Als Auflage müssen die Beschuldigten je 300 Euro bis Ende September zahlen. Dem stimmten sie sichtlich erleichtert zu. So erging ein entsprechender Beschluss.        

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