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Zeuge verwickelt sich in Widersprüche

Ein vorbestrafter Görlitzer wird wegen Drogenhandel und Körperverletzung angeklagt. Er bekommt nur eine Geldstrafe.

Von Jens-Rüdiger Schubert

Wegen unerlaubten Handel mit Betäubungsmitteln hat sich Georg Pinck* vor dem Amtsgericht verantworten müssen. Außerdem wurden dem 23-Jährigen versuchte räuberische Erpressung mit Körperverletzung und Verstöße gegen die Führungsaufsicht vorgeworfen. Da der Görlitzer bereits wegen Diebstahls mehrfach vorbestraft ist, wurde er direkt aus der Untersuchungshaft dem Richter vorgeführt.

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Die Staatsanwaltschaft stützte ihre Aussage auf einen 19-jährigen Zeugen. Dieser sagte aus, mindestens dreimal Drogen von dem Angeklagten gekauft zu haben. Im vergangenen Mai habe er sein Handy für 300 Euro an Pinck verkaufen wollen, der habe ihm aber kein Geld, sondern dafür vier Gramm Crystal geboten, sagte der Zeuge vor Gericht. Er habe erst die Drogen nehmen wollen, sich dann aber doch für das Geld entschieden.

Einen Tag später trafen sich die beiden auf dem Wilhelmsplatz. Dort soll Pinck dem 19-Jährigen das Handy weggenommen haben. Nur weil Passanten eingriffen, habe er es wiederbekommen. Später seien er und der Angeklagte in die Schulstraße gegangen. Da er noch Daten von seinem Handy überspielen wollte, übergab er Pinck seine Geldkarte und seinen Ausweis als Sicherheit. Wie der Angeklagte dann doch in den Besitz des Handys kam, und warum er dem 19-Jährigen ins Gesicht schlug, als der Ausweis und Geldkarte zurückforderte, konnte vor Gericht nicht zweifelsfrei geklärt werden. Auch weil der Zeuge in der Verhandlung eine andere Geschichte präsentierte, als bei der polizeilichen Vernehmung. Der Angeklagte bestritt jedenfalls die Vorwürfe und sagte später bei der Polizei aus, dass er dem Zeugen 70 Euro Anzahlung für das Handy gegeben und auf die Übergabe gewartet habe.

Letztlich hatten sowohl die Verteidigung als auch die Staatsanwaltschaft Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Zeugen. Der Staatsanwalt ging in seinem Plädoyer deshalb von sieben Taten aus, von denen sich drei beweisen lassen. Er beantragte eine Geldstrafe in Höhe von 1 350 Euro und die Aufhebung des Haftbefehls. Die Verteidigung stimmte dem Antrag der Staatsanwaltschaft weitgehend zu, sah aber 900 Euro Geldstrafe als ausreichend an.

Das Schöffengericht verurteilte Georg Pinck wegen Verstoßes gegen Weisungen der Führungsaufsicht und wegen Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 1 080 Euro. Der Haftbefehl wurde aufgehoben. Das Gericht begründete seine Entscheidung unter anderem damit, dass der Hauptbelastungszeuge unglaubwürdig war. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

* Name von der Redaktion geändert

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