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Zgorzelec wählt liberal

Bei der Präsidentenwahl in Polen wählen Städte in Niederschlesien den Kandidaten der Opposition. Dennoch liegt der Amtsinhaber vorn.

Andrzej Duda, Präsident von Polen und Kandidat für das Amt des Präsidenten der PiS (Recht und Gerechtigkeit), feiert sich auf einer Wahlparty am Abend nach der Präsidentschaftswahl.
Andrzej Duda, Präsident von Polen und Kandidat für das Amt des Präsidenten der PiS (Recht und Gerechtigkeit), feiert sich auf einer Wahlparty am Abend nach der Präsidentschaftswahl. © Radek Pietruszka/PAP/dpa

Die erste Runde der Präsidentschaftswahl hat das Stadt-Land-Gefälle auch in der deutsch-polnischen Grenzregion an der Neiße wieder deutlich werden lassen.

In der Stadt Zgorzelec liegt der oppositionelle Bewerber Rafal Trzaskowski mit 38,5 Prozent der Stimmen vor dem amtieren Präsidenten Andrzej Duda, der 36,31 Prozent der Stimmen erhielt. Landesweit liegt hingegen Duda bei knapp 44 Prozent, Trzaskowski bei 30 Prozent. Zwischen beiden entscheidet am 12. Juli eine Stichwahl über den nächsten polnischen Präsidenten.

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Rafal Trzaskowski (M), Bürgermeister von Warschau und Präsidentschaftskandidat von Polens größtem Oppositionsbündnis, trifft auf Unterstützer.
Rafal Trzaskowski (M), Bürgermeister von Warschau und Präsidentschaftskandidat von Polens größtem Oppositionsbündnis, trifft auf Unterstützer. © Foto: Piotr Nowak/PAP/dpa

In allen anderen Wahlbezirken des Zgorzelecer Wahlkreises lag jedoch Duda vorn. Das beste Ergebnis erreichte er in Sulikow (Schönberg) mit knapp 52 Prozent, in Zawidow (Seidenberg) entfielen 39 Prozent auf ihn, in der Gemeinde Zgorzelec 43,5 Prozent.

Im gesamten Wahlkreis Zgorzelec, der sich von Piensk (Penzig) im Norden bis Bogatynia (Reichenau) im Süden erstreckt, erhielt Amtsinhaber Duda 40,6 Prozent der Stimmen, Trzaskowski kommt auf 32 Prozent. Besser als im Landesschnitt fiel das Ergebnis für den moderaten Kandidaten, den Journalisten Szamon Holownia, mit 16,6 Prozent aus. Platz vier erhielt Krzysztof Bosak, der aus Zielona Gora (Grünberg) stammt und von rechtsextremen Gruppierungen unterstützt wurde. Er kam auf rund 6 Prozent, will aber weder Duda noch Trzaskowski bei der Stichwahl unterstützen.

In Niederschlesien lag Duda nur mit drei Prozent vor Trzaskowski. Das liegt an den Erfolgen des Warschauer Bürgermeisters in den großen Städten wie Wroclaw (Breslau) und Jelenia Gora (Hirschberg) sowie der umliegenden Wahlbezirke Waldenburg, Hirschberger und Breslauer Land.

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