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Ziehen bald Liberecer nach Zittau?

Die Oberbürgermeister reden über fehlende Wohnungen in Tschechien und leere in Zittau.

Von Thomas Mielke

Zittau/Liberec. Der Antrittsbesuch des neuen Liberecer Oberbürgermeisters Tibor Batthyány (Ano 2011) in Zittau hat es gleich in sich gehabt: Er und Oberbürgermeister Arnd Voigt (Freie Bürger) haben eines der drängendsten Probleme beider Städte besprochen – die Wohnungssituation. Während es beim großen tschechischen Nachbarn zu wenig Wohnraum gibt, stehen in Zittau viele Wohnungen leer. Warum aus dieser Not keine Tugend machen? „Wir haben uns darüber ausgetauscht, ob es Möglichkeiten gibt, dass Liberecer Bürger in Zittau ihren Wohnsitz nehmen“, sagte Voigt der SZ. „Ich bin bestrebt, Wohnungen nicht abzureißen, sondern zu belegen.“ Bereits bei einem früheren Treffen mit Vize-OB Jan Korytár sei das Thema angesprochen worden. Korytár war auch bei diesem Treffen in Zittau dabei. Eine der Voraussetzungen ist die 2014 eingeweihte neue Schnellstraße zwischen beiden Städten.

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Entschieden ist noch nichts. „Wir sind noch ganz am Anfang“, sagte Voigt. Jetzt müssten weitere Gespräche folgen und sich die Verwaltungen eine Meinung bilden. Dabei gilt es, viele Fragen zu klären, wie zum Beispiel: Welche Liberecer sollten in Zittau wohnen? Wie kann die tschechische Partnerstadt die niedrigeren staatlichen Zuweisungen wegen der sinkenden Einwohnerzahl ausgleichen? Bei welchem Mietpreis würden die Liberecer nach Zittau ziehen? Müssen wirtschaftliche Strukturen angepasst werden? Darüber hinaus sprachen die Stadtoberhäupter laut einer Mitteilung der Verwaltung über die Tätigkeitsfelder der Stadtwerke und die Planung gemeinsamer EU-Förderprojekte. Zudem ließen sie sich von Feuerwehrchef Lothar Reichbodt über die grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Wehren berichteten.