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Zielscheibe statt Faun

Bildhauer Witschel hat die Figur selbst abgeholt – und einen Stein zum Nachdenken hingestellt.

Von Birgit Ulbricht

Also Humor hat Hartmut Witschel ja, das muss man ihm lassen. Nachdem er den von Vandalen beschädigten Faun gestern früh abgebaut und in seine Werkstatt gebracht hat, kam er noch einmal zurück zur Faunhöhe. Im Gepäck einen Sandsteinquader mit aufgemalter Zielscheibe. Der steht nun am Faunbrunnen – für alle zum Nachdenken! Derweil steht der Faun wieder in der Werkstatt der Großenhainer Bildhauer. „Wenn Tillmann Richter mal Zeit hat, wird er dem Faun auch eine neue Nase modellieren“, sagte Witschel gestern Morgen. Den Faun im Bauhof einlagern zu lassen, das brachte der Großenhainer nicht übers Herz. „Wir geben die Figur aber erst wieder heraus, wenn die Standortfrage vernünftig mit der Stadt geklärt ist“, setzte er allerdings gleich nach. Noch einmal will er die Sandsteinfigur nicht kaputt sehen.

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Die Nase des Fauns, die jemand wahrscheinlich am Abend oder in der Nacht zum Dienstag mit einem Metallpapierkorb abgeschlagen hat, ist weiterhin verschwunden. Die Stadt hat für Hinweise, die auf den Täter führen, 200 Euro Belohnung ausgesetzt. Auch die Polizei ermittelt. Wer hat etwas gehört? Auch anonyme Hinweise werden entgegengenommen.