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Zirkuszelt statt Schulbank

Die Schüler der Radeberger Grundschule-Mitte müssen in dieser Woche nicht stillsitzen. Nein, sie dürfen es sogar nicht.

Von Jens Fritzsche

Wer kann schon von sich behaupten, mal ein Zirkuszelt mit aufgebaut zu haben. In Radeberg können das jetzt etliche Eltern von Schülern der Grundschule-Stadtmitte. Denn gemeinsam mit den Leuten vom Ostdeutschen Projektcircus Sperlich haben sie am Sonntagnachmittag das bunte Chapiteau im Radeberger Stadtbad mit aufgebaut. Aus gutem Grund. Denn seit Montag werden ihre Kinder hier zu Artisten und Dompteuren.

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Eine Woche lang sind die rund 250 Schüler der Grundschule hier im Zirkus zu Gast und werden ihr Können dann am Wochenende in vier Vorstellungen öffentlich präsentieren. Und voreiligen Fragen, was denn ein solches Projekt eigentlich für die Schüler bringen soll, tritt Schulleiterin Susanne Sternberg gleich konsequent entgegen: „Da wir für diese Woche die Gruppen vollkommen gemischt haben, kommen ältere und jüngere Schüler zusammen, müssen sich gegenseitig helfen, was die soziale Kompetenz fördert“, beschreibt sie. Und nicht zuletzt werden die Schüler nach ihren Auftritten vor immerhin rund 300 Besuchern „unheimlich an Selbstvertrauen zulegen, was sehr, sehr wichtig für die Entwicklung ist“, stellt die Schulleiterin klar. Und natürlich macht das Projekt den Schülern auch einfach jede Menge Spaß, fügt sie auch gleich noch an.

Ganz ohne Schule wird die Woche aber dennoch nicht abgehen. Zwar wird im Zirkuszelt, in der Turnhalle und in einigen Klassenräumen für die Auftritte geprobt – „aber es gibt auch Unterricht“, macht Susanne Sternberg deutlich. Doch auch der wird ein bisschen anders als gewohnt verlaufen. Denn auch in Mathe, Deutsch oder Englisch wird sich in dieser Woche alles rund ums Thema Zirkus drehen.

Die Radeberger Grundschüler sind jedenfalls mit Eifer bei der Sache. Schon im Vorfeld konnten sie sich aussuchen, ob sie mit Tieren arbeiten möchten oder sich als Artisten versuchen wollen. Und natürlich fiebern sie schon jetzt ihren großen Auftritten entgegen. Wobei jeder Schüler bei mindestens zwei Vorstellungen in der Manege zu erleben sein wird.

„Wir freuen uns riesig, dass es geklappt hat, den Projektzirkus zu uns zu holen, denn das Angebot ist wirklich sehr, sehr gefragt“, ist Schulleiterin Susanne Sternberg begeistert. Vor vier Jahren hat sich die Schule angemeldet, „und schon jetzt planen wir, uns wieder anzumelden, damit es in vier Jahren wieder klappt“, verrät sie. Und sie verrät auch, „dass das Ganze ohne Unterstützung von Sponsoren und des Fördervereins der Schule nicht funktioniert hätte!“ So gaben beispielsweise das städtische Wohnungsunternehmen Wohnbau Radeberg und die Wärmeversorgung Radeberg jeweils 500 Euro dazu. „Und auch dem Stadtbadverein sind wir sehr dankbar, dass er uns so unterstützt hat und uns die Wiese hier im Bad zur Verfügung stellt“, freut sich die Schulleiterin über die positive Resonanz auf das ungewöhnliche Projekt.

Zu den Aufführungen sind dabei übrigens nicht nur Eltern und Großeltern eingeladen – „jeder interessierte Radeberg kann vorbeischauen“, lädt die Schulleiterin ein. Die erste Vorstellung beginnt dabei am morigen Donnerstag, um 17 Uhr. Bis Sonnabend folgen dann noch drei weitere.

Vorstellungen im Projektcirkus Sperlich im Stadtbad:

Donnerstag, 17 Uhr, Freitag, 17 Uhr, Sonnabend, 10 und 14 Uhr. Erwachsene zahlen neun, Kinder drei Euro.