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Zittau

Warum das Salzhaus freies WLAN braucht

Im Zittauer Salzhaus gibt's Ärger mit pöbelnden Teenagern. Sie sind auch wegen des Internetzugangs da. An dem Angebot soll sich vorerst nichts ändern.

Die Schüler nutzen das freie WLAN im Salzhaus.
Die Schüler nutzen das freie WLAN im Salzhaus. © Matthias Weber

Das freie WLAN im Zittauer Salzhaus zieht Jugendliche wie ein Magnet an. Schon kurz nach dem Mittag stehen oder sitzen die ersten in der Passage und tippen auf ihrem Handy herum. Doch oft bleibt es nicht dabei, dass die Jugendlichen nur im Internet surfen. Sie pöbeln Passanten und Händler an, schreien herum oder lassen ihren Müll einfach liegen. Die Gewerbetreibenden und Händler sind deshalb nun an die Öffentlichkeit getreten und machen auf das Problem aufmerksam.

Warum wird der freie Internetzugang nicht einfach gesperrt? Diese Frage stellen sich viele. Damit wäre das Problem doch ganz schnell gelöst - oder? Offiziell will sich vonseiten der Deutschen Bank, die eine Filiale im Salzhaus betreibt und eben den freien WLAN-Zugang gewährt, niemand äußern. "Wir stehen mit dem Vermieter des Gebäudes in Kontakt", teilt ein Sprecher der Deutschen Bank AG, der nicht namentlich genannt werden möchte, lediglich mit. "Die Deutsche Bank legt auf das Thema Sicherheitsvorkehrungen ein großes Augenmerk". Er bitte um Verständnis, dass zu konkreten Sicherheitsvorkehrungen generell keine Angaben gemacht werden können. "Wir sind bestrebt, die Balance zu wahren zwischen berechtigten Sicherheitsaspekten und gutem Service für unsere Kunden", fügt der Banksprecher hinzu.

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Freier WLAN-Zugang gehört zum Service

Und zu diesem guten Service gehört eben der freie WLAN-Zugang, der generell in allen Filialen angeboten wird. Die Bank bezweifelt, ob das freie Internet überhaupt der Schlüssel für das Müll- und Lärmproblem mit den Jugendlichen ist. Wie die SZ erfahren hat, ist in der Zittauer Filiale das WLAN schon mal für eine gewisse Zeit abgeschalten worden. Die Probleme mit den krawallmachenden Jugendlichen seien aber auch in dieser Zeit aufgetreten, heißt es aus nicht offizieller Quelle der Bank.

Letztlich ist das freie WLAN in der Zittauer Filiale der Deutschen Bank wieder freigeschalten worden, weil dieser Service aus Sicht der Konzernzentrale wichtig ist. Der Grund: Kunden hatten angeblich Ärger bei Online-Überweisungen, was dazu geführt haben soll.

Dass die einzelnen Geschäftsstellen bei Problemen nicht eigenständig entscheiden können, sei aber nicht der Fall. Gern zieht man bei der Bank dafür den Vergleich mit Obdachlosen, die die Selbstbedienungszone im Winter als Schlafplatz nutzen, heran. Im Einzelfall könnten dann Filialen nachts auch abgeschlossen werden.

WLAN-Hotspots sollen bald eingerichtet werden

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Schon länger ist geplant, WLAN-Hotspots in der Innenstadt einzurichten. Die Stadt Zittau wartet aber noch auf deren Einrichtung. Laut Dominik Rein, technischer Referent beim Landkreis Görlitz, steht das Vergabeverfahren kurz vor der Finalisierung. Es sind Angebote eingegangen, die als Basis für die Beantragung der Fördermittel beim Freistaat Sachsen dienen. Der Zuschlag werde nach Bewilligung der Mittel erteilt. Sobald der Zuschlag erteilt ist, haben die Unternehmen sechs Monate Zeit, das Vorhaben umzusetzen. "Wir gehen von ersten Inbetriebnahmen im zweiten Quartal 2020 aus", teilt Zittaus Pressesprecher Michael Scholze mit. Danach hätten die Jugendlichen weitere Anlaufpunkte, wo sie das Internet frei nutzen können - und müssten sich nicht nur im Salzhaus treffen.

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