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Trotz Corona öffnet neue Notfallpraxis

Ab April untersuchen die niedergelassenen Ärzte außerhalb ihrer Öffnungszeiten Patienten nicht mehr in ihren Praxen, sondern am Zittauer Krankenhaus.

Von Thomas Mielke
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Am Zittauer Krankenhaus soll im April die Bereitschaftspraxis öffnen.
Am Zittauer Krankenhaus soll im April die Bereitschaftspraxis öffnen. © SZ-Archiv

Die Corona-Krise macht in diesem Fall der Planung keinen Strich durch die Rechnung: Die neue Bereitschaftspraxis für die Behandlung von Patienten durch niedergelassene Haus- und Kinderärzte am Zittauer Krankenhaus wird im April öffnen. "Es bleibt dabei", teilte Patrice Fischer von der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen - kurz KVS - auf SZ-Anfrage mit. 

Im Krankenhaus selber ist noch nichts zu sehen. Weder an den Wegweisern noch an Zimmern in der Nähe der Notfallambulanz, wo die Bereitschaftspraxis laut früherer Aussagen hin soll. Das Krankenhaus gibt mit Verweis auf die KVS dazu keine Auskunft, die KVS möchte sich dazu noch nicht äußern. Das dagegen steht schon fest:

Wer behandelt wen in der Praxis?

In den Notfall-, Bereitschafts- oder auch Portalpraxen behandeln niedergelassene Ärzte außerhalb der regulären Öffnungszeiten "Patienten mit nicht lebensbedrohlichen Beschwerden, die normalerweise eine Arztpraxis aufsuchen würden, bei denen die Behandlung aber aus medizinischen Gründen nicht bis zum nächsten (Werk-)Tag warten kann", heißt es von der KVS. Bisher mussten sich Erkrankte - sowohl Kinder als auch Erwachsene - informieren, welcher Arzt Bereitschaft hat und in die jeweilige Praxis gehen. Nun übernehmen die verschiedenen Ärzte den Bereitschaftsdienst immer in dieser einen Praxis im Zittauer Krankenhaus.

Wann wird die Bereitschaftspraxis geöffnet haben?

Für Erwachsene: Mittwoch und Freitag von 15 bis 19 Uhr, am Wochenende, an Feier- und Brückentagen von 9 bis 13 Uhr und von 15 bis 19 Uhr

Für Kinder: an Wochenenden, Feier- und Brückentagen von 9 bis 13 Uhr 

Welche Erfahrungen gibt es mit Notfallpraxen?

Sehr gute. „Aus den Erfahrungen in den Pilotregionen wissen wir, dass die Bevölkerung Bereitschaftspraxen sehr gut annimmt", so Dr. Klaus Heckemann, Vorstandsvorsitzender der KVS und niedergelassener Arzt. "Es entsteht ein echter Nutzen für die medizinische Versorgungssituation der Patienten durch die kurzen Wege zwischen der Bereitschaftspraxis und dem jeweiligen Klinikum sowie gemeinsam genutzten organisatorischen Strukturen. Das bewirkt auch eine Entlastung der Notaufnahmen.“ 

Die erste Bereitschaftspraxis im Landkreis Görlitz öffnete Anfang 2017 am Nieskyer Emmaus-Krankenhaus. Als zweite folgte die am Städtischen Klinikum Görlitz, 2019 die am Krankenhaus Weißwasser. Insgesamt gibt es in Sachsen zwölf dieser Praxen. Mit der Zittauer werden im April fünf weitere eröffnet. In Ebersbach, dem zweiten Standort des Klinikums Oberlausitzer Bergland, ist derzeit keine vorgesehen.

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