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Zittauer Forstbetrieb mit dickem Minus

Die Katastrophe im Wald kommt in der ohnehin klammen Stadtkasse an. Ein Licht am Ende des Tunnels ist nicht abzusehen.

Zurzeit ist Angela Bültemeier, Chefin des Zittauer Forstbetriebs, bestimmt nicht zum Lachen zumute: Als wäre die Katastrophe im Wald an sich nicht schon schlimm genug, wirkt sie sich nun auch noch auf die Stadtkasse aus.
Zurzeit ist Angela Bültemeier, Chefin des Zittauer Forstbetriebs, bestimmt nicht zum Lachen zumute: Als wäre die Katastrophe im Wald an sich nicht schon schlimm genug, wirkt sie sich nun auch noch auf die Stadtkasse aus. © Matthias Weber (Archiv)

Der Zittauer Forstbetrieb hat im Jahr 2018 erstmals in diesem Jahrtausend einen nennenswerten Verlust eingefahren: 436.000 Euro. Der Grund dafür waren die Wetterkapriolen mit Stürmen und großer Trockenheit im vergangenen Jahr. Dadurch gingen zum Beispiel ein Großteil der im Frühjahr gepflanzten Bäume wieder ein. Dazu kamen der 2018 beginnende Befall der geschwächten Bäume durch den Borkenkäfer und der daraufhin bedingte Verfall der Holzpreise. Die befallenen Bäume müssen so schnell wie möglich aus dem Wald geholt werden, um eine weitere Ausbreitung des Schädlings zu verhindern. Dass der Forstbetrieb das Minus selbst verschuldet hat, glauben weder Stadtrat noch -verwaltung, wurde am Donnerstag während der Stadtratssitzung klar.

Die Verluste aus dem Zittauer Stadtwald im Jahr 2018 werden zum einen durch einen kleinen Gewinn der Kommunalen Dienste - des Bauhofs für die Ortsteile, mit dem der Forst in einem Eigenbetrieb der Stadt zusammengefasst ist - und einer über die Jahre aufgebauten Rücklage ausgeglichen. 

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Verlust von 400.000 Euro

Da die Situation im Wald noch dramatischer geworden ist, kündigte Angela Bültemeier, Chefin des Forstbetriebs, im Stadtrat an, dass im laufenden Jahr mit einem ähnlichen Verlust zu rechnen ist. Bei der 1. Naturparkkonferenz vor wenigen Tagen sprach sie gar von einer Katastrophe durch den massenhaften Befall von Bäumen durch den Borkenkäfer. "Es ist nicht absehbar, dass sich die Situation kurzfristig ändern wird", sagte sie im Stadtrat. Für 2020 plant sie mit einem Verlust von ebenfalls reichlich 400.000 Euro.

Damit kommt der Verlust aus dem Forstbetrieb direkt in der Stadtkasse an. Die Rücklage des Eigenbetriebes ist in diesem Jahr aufgebraucht worden. Zwar kann der Forst den Verlust bilanztechnisch drei Jahre weiterschieben und dann gegen sein Kapital - zum Beispiel den Wert des Waldes - verrechnen. Aber das Geld, um zum Beispiel Waldarbeiter-Firmen zu bezahlen, hat er nicht mehr. Das kommt nun direkt aus der ohnehin klammen Stadtkasse, wie Oberbürgermeister Thomas Zenker aus SZ-Nachfrage bestätigte.

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Da das Problem viele Waldbesitzer betrifft, hofft die Stadt, dass es staatliche Hilfen geben wird. Allerdings ist dem OB auch bewusst, dass Zittau als größter kommunaler Waldbesitzer in Sachsen in einer besonders heiklen Lage ist und besondere Unterstützung bräuchte.

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