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Zittauer Geschäftswelt ist in Bewegung

Die Geschäftszahlen ließen nichts anderes zu, Heike Wollburg musste die „Notbremse“ ziehen. Ende März schließt die Hirschfelderin ihr Handarbeitsgeschäft „Die Wollburg“ auf der Inneren Weberstraße in Zittau.

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Von Jan Lange

Die Geschäftszahlen ließen nichts anderes zu, Heike Wollburg musste die „Notbremse“ ziehen. Ende März schließt die Hirschfelderin ihr Handarbeitsgeschäft „Die Wollburg“ auf der Inneren Weberstraße in Zittau. Bereits nach dem ersten kompletten Geschäftsjahr 2007 – eröffnet hatte Heike Wollburg ihren Laden im Sommer 2006 – empfahl ihr der Steuerberater, das Geschäft wieder aufzugeben, da es nicht rentabel sei. Nach gerade mal eineinhalb Jahren wollte die gelernte Verkäuferin allerdings noch nicht „hinschmeißen“. Stattdessen steckte sie noch mal kräftig eigenes Geld in das Unternehmen.

„Das Jahr 2008 war jedoch noch schlechter als 2007“, erklärt die Ladeninhaberin. Der Trend nach unten setzte sich im Januar 2009 fort. Ganz schnell reagierte sie deshalb und entschloss sich, das Geschäft nun doch aufzugeben. „Ich wollte mich nicht weiter verschulden“, sagt Heike Wollburg, die seit 35 Jahren im Handel tätig ist. „Dass es so schwierig wird wie jetzt, hätte ich nicht gedacht.“ In den vergangenen zweieinhalb Jahren habe sie so gut wie gar nichts verdient. Das Ende der „Wollburg“ bedeutet auch das Ende einer langen Geschäftstradition. Schon vor der Übernahme des Ladens durch Heike Wollburg wurden hier Handarbeitssachen und Wolle verkauft.

Unweit der „Wollburg“ kehrt dagegen in einen leer stehenden Laden bald wieder Leben ein. In dem ehemaligen Jeans- und Bekleidungsgeschäft lässt sich die „Tinten-Toner-Tankstation“ nieder. Bisher hat diese ihren Sitz mehrere Hundert Meter entfernt, unweit der „Seeger-Schänke“. „Die Lage ist günstiger“, begründet Inhaberin Anja Senftleben den Umzug. Schon seit längerer Zeit hatte die 37-Jährige nach einem besseren Standort Ausschau gehalten, doch in der Zittauer Innenstadt bis jetzt nichts Bezahlbares gefunden. Die Eröffnung des neuen Geschäftes im April will Anja Senftleben mit dem fünfjährigen Bestehen ihrer „Tinten-Toner-Tankstation“ verbinden.

Neues Fahrradgeschäft

Langjährige Erfahrungen im Verkauf von Fahrrädern haben Michael Schindler und Jens Michael. An diesem Sonnabend eröffnen die beiden ihr eigenes Geschäft gegenüber dem toom-Markt. „Wir kennen uns schon lange, haben zwei Jahre bei ‚Fahrrad XXL‘ in Dresden zusammengearbeitet“, erklärt Michael Schindler. Jetzt wollten sie zurück in die Region.

Die Lage des Geschäfts ist für den 30-Jährigen ideal, er hofft auf viele Laufkunden aus den benachbarten Einkaufsmärkten. „Viele Fahrradgeschäfte in größeren Städten befinden sich in solchen Lagen“, sagt Schindler, der in seiner Freizeit im RSV Bautzen organisiert ist und Bikertouren wie zum Beispiel in die rumänischen Karpaten organisiert hat. Sein Geschäftskollege ist aktiver Rennfahrer beim TSV Großschönau. In ihrem Geschäft bieten die beiden nicht nur Räder, sondern auch Bekleidung für Radler und Zubehör an. „Die Kunden kaufen ja nicht bloß ein Rad, sondern wollen auch ordentlich gekleidet sein“, sagt Michael Schindler.