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Zittauer Hartz-IV-Behörde will fast 2700 Stellen anbieten

Das Jahresprogramm der Behörde nennt 25 Projekte, die Langzeitarbeitslosen zu einer neuen Beschäftigung oder mehr Bildung verhelfen sollen.

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Von Tilo Berger

Vor einem Jahr hatten sie weder einen Führerschein noch einen Arbeitsplatz. Jetzt können 13 junge Leute aus dem ehemaligen Landkreis Löbau-Zittau gleich beides vorweisen.

Möglich machte das ein Programm des Fachdienstes Beschäftigung und Arbeit, wie hier die Hartz-IV-Behörde zur Betreuung Langzeitarbeitsloser heißt. Das Programm „BWM – bundesweit mobil“ richtete sich vor allem an Jugendliche mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung, die nur aufgrund des fehlenden Führerscheins bisher keine Arbeit irgendwo in Deutschland fanden. Während ihrer vom Fachdienst organisierten Maßnahme erledigten sie gemeinnützige Tätigkeiten im öffentlichen Interesse. Dafür erhielten sie eine finanzielle Entschädigung – diese sparten sie für die Fahrschule. Der Fahrschulunterricht selbst fand in der Freizeit statt.

Fit machen für eine Lehre

Von 34Teilnehmern besitzen jetzt 22 den Führerschein – und 13 von ihnen unterschrieben mittlerweile einen Arbeitsvertrag. Aufgrund dieses Erfolgs will der Fachdienst Beschäftigung und Arbeit dieses Programm auch in diesem Jahr fortsetzen, mit jeweils 20 Teilnehmern in Löbau und Zittau. Das kündigte gestern Fachdienst-Leiter Gernot Kaus in Zittau an.

„Bundesweit mobil“ ist dabei nur eine von 25 verschiedenen Maßnahmen, die Langzeitarbeitslosen aus dem Raum Löbau-Zittau 2009 wieder zu einer Beschäftigung oder Weiterbildung verhelfen sollen.

Ein Programm wendet sich zum Beispiel an junge Leute zwischen 16 und 25Jahren, die noch keinen Berufsabschluss haben. Gezielte Qualifizierung und Orientierung unter anderem in der Baubranche, in Lagerarbeiten oder der Gastronomie sollen sie an eine Ausbildung heranführen. Im vergangenen Jahr nahmen 71 junge Leute an diesem Programm teil. Jeder vierte von ihnen war anschließend fit für eine außerbetriebliche Ausbildung. Acht Teilnehmer konnten eine Lehre in einem Unternehmen starten.

Insgesamt will der Fachdienst Beschäftigung und Arbeit in diesem Jahr fast 2700 öffentlich geförderte Stellen anbieten. Etwa 2000 davon sind sogenannte Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung; den andernorts dafür verwendeten Begriff „Ein-Euro-Jobs“ findet Behördenleiter Kaus unzutreffend. 328 Stellen sollen im bundesweiten Programm „Kommunal-Kombi“ entstehen, weitere 340 in verschiedenen anderen Maßnahmen. Weiterbildungen will die Hartz-IV-Behörde unter anderem zum Erwerb des Gabelstapler-Berechtigungsscheins, in der Gastronomie sowie zu Fahrpersonal im Güterverkehr anbieten.

Kronjuwelen auf der Bühne

Eines der ungewöhnlichsten Projekte heißt „Die Kronjuwelen“. Hinter diesem Namen verbergen sich 15 junge Leute, die mit Hilfe des Fachdienstes ein Theaterprogramm auf die Bühne bringen wollen. In den vergangenen Jahren gab es ein ähnliches Projekt schon in Görlitz – mit großem Erfolg.

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