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Zittauer Zahnarzt hilft Patienten in Asien

Dr. Sven-Torsten Preußund Sylvia Friedrich reistenzum ersten Mal auf die Insel Mindoro (Philippinen)zu einem Hilfseinsatz.

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Von Silke Schoepe

Die Organisation Ärzte ohne Grenzen ist vielen ein Begriff: Die Mediziner tun das, was sie am besten können und helfen damit Bedürftigen auf der ganzen Welt. Daneben gibt es eine Reihe weiterer Organisationen, mit denen Ärzte, wie der Zittauer Dr. Sven-Torsten Preuß, in eine ganz andere Welt schauen und dort Hilfe leisten können. Der 43-Jährige reiste kürzlich zum ersten Mal mit dem Verein Kyklos-Dental nach Asien.

Auf der Insel Mindoro kümmerte er sich mit seiner Stieftochter Sylvia Friedrich (19) um die zahnärztliche Versorgung der Philippinos. „Per Container hatte der Verein bereits Technik in das Dorf gebracht. Gut eineinhalb Stunden ging die Autofahrt nach dem Flug dorthin“, erzählt Dr. Sven-Torsten Preuß.

Süßes billiger als Wasser

Einfache Bungalows mit Blätterdach erwarteten die Oberlausitzer nach einer Fahrt über Schotterwege auf denen Reis getrocknet wurde und Wasserbüffel zu sehen waren. Dazu kam ein Schaukelstuhl als Behandlungsstuhl. Die vier Zahnärzte und elf Helfer versorgten rund 850 Patienten in einer Woche.

„Wir konnten aber nur Einspritzen und Zähne ziehen, mehr war nicht möglich“, sagt Sven-Torsten Preuß, und Sylvia Friedrich fügt an: „Süße Getränke sind dort billiger als Wasser. Kein Wunder also, dass die Zähne der Leute dort so schlecht sind.“ Teilweise standen viele Kinder in der Warteschlange – meist mit einem sehr unvollständigen Gebiss. Der Zahnmediziner erklärt: „Bei uns hätte man sicher vieles anders gemacht, hätte mehr Mittel und Technik zur Verfügung gehabt. Wir haben trotzdem das Gefühl, dass wir helfen konnten. Die Philippinos, vor allem die Älteren, waren sehr dankbar.“

Die Helfer, wie Sylvia Friedrich, waren hauptsächlich zum Halten der Taschenlampe und der Hände da: „Wir haben die wichtigsten Worte gelernt, wie Mund auf und die Frage nach Schmerzen.“ Sie hat sich jetzt – sehr zur Freude ihres Stiefvaters – bei der ZVS (Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen) um einen Zahnmedizin-Studienplatz beworben.

Die Umstände haben bei beiden Oberlausitzern einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Sie wollen es zukünftig nicht bei dem einen Einsatz bewenden lassen. Mit eigener Hände Arbeit zu helfen, sei Hauptbeweggrund, wieder mit einem Hilfsprojekt zahnmedizinische Leistungen zu erbringen. „Ohne meiner Frau und den Praxismitarbeitern, insbesondere der Assistenzzahnärztin Michaela Baier, wäre mein Einsatz nicht möglich gewesen. Sie haben hier die Stellung gehalten und für eine reibungslose Versorgung unserer Zittauer Patienten gesorgt“, sagt Dr. Sven-Torsten Preuß.

www.zahn-hilfe-mindoro.de