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Zittaus Bürgermeister schmeißt schon hin

Nach nur fünf Monaten verlässt Philipp Fay das Rathaus und geht wieder nach Bayern. Ein Grund ist der zerstrittene Stadtrat.

Philipp  Fay geht: Der Zittauer Bürgermeister wird nur noch bis Ende des Monats in der Stadtverwaltung anzutreffen sein.
Philipp Fay geht: Der Zittauer Bürgermeister wird nur noch bis Ende des Monats in der Stadtverwaltung anzutreffen sein. © Matthias Weber (Archiv)

Zittaus Bürgermeister Philipp Fay wird die Stadtverwaltung Ende Januar verlassen - auf eigenen Wunsch. Damit endet seine Amtszeit nach nur fünf Monaten. 

"Die Gründe für meine Entscheidung liegen vor allem im persönlichen Bereich", sagt er. Zusätzlich hätte eine gezielte Personalwerbung dazu beigetragen. Ihn habe jedoch auch die politische Streitkultur in den Zittauer Gremien in diesem Schritt bestärkt. "Die Stadt hat nach wie vor sehr große Aufgaben zu bewältigen, da hilft es kaum, wie im Stadtrat regelmäßig jegliche Arbeit der Verwaltung infrage gestellt wird“, erklärt Fay.

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Mit dieser Entscheidung hat er auch Zittaus Oberbürgermeister Thomas Zenker (Zkm) überrascht, dem er am 8. Januar seinen Entschluss mitteilte. "Es ist in höchstem Maße enttäuschend, wenn jemand nach derart kurzer Zeit die Flinte ins Korn wirft." Zenker habe Fay aufgrund von Ausbildung und Lebenslauf als fähigen Kandidaten eingeschätzt und deshalb seine Wahl sehr unterstützt. "In den ersten vier Monaten seiner Amtszeit habe ich mich durch seine Arbeitsweise und stringente Kommunikation auch immer darin bestätigt gesehen", so der OB, der von einer kollegialen und vertrauensvollen Zusammenarbeit spricht.

Wechsel zum Freistaat Bayern

Trotz mehrerer Gespräche sieht der Oberbürgermeister aber keine Möglichkeit, ihn umzustimmen. "Wer weniger als ein halbes Jahr nach Amtsantritt eine derart weitreichende berufliche wie persönliche Entscheidung trifft, ist in seiner Haltung nicht mehr umzustimmen“, so der Oberbürgermeister.

Philipp Fay übernahm am 1. September 2019 das Bau-, das Bürgeramt, das Amt für Bildung und Soziales sowie das Amt für Recht, Bauaufsicht und Stadtentwicklung in Zittau. Die konstruktive Zusammenarbeit mit dem Oberbürgermeister habe er sehr geschätzt und in der kurzen Zeit viele engagierte Mitarbeiter kennengelernt, sagt er. Diese würden unter den nicht immer einfachen rechtlichen Rahmenbedingungen und den hohen öffentlichen Erwartungen gute Arbeit leisten. "Ich danke ausdrücklich all denen, die mir bei meinem Einstieg in die Position geholfen haben“, sagt der Noch-Bürgermeister.  Er wird mit Wirkung vom 1. Februar zurück zum Freistaat Bayern wechseln, für den er bis zu seinem Amtsantritt tätig war. Dort übernimmt Fay die Leitung des Personalbereichs des Bayerischen Landesamtes für Asyl und Rückführungen.

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In der Zittauer Stadtverwaltung hingegen werden seine Aufgaben kurz- und mittelfristig verteilt und vertretungsweise übernommen. Thomas Zenker hält trotz allem an der neu geschaffenen Verwaltungsstruktur fest und will sich mit dem Stadtrat beraten, in welcher Zeitabfolge der Bürgermeister-Posten neu besetzt wird.

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