SZ +
Merken

Zittaus Sportlertreff wird 20

Das Sport- und Freizeitzentrum Zittau feiert Jubiläum. Nicht nur als ein Ort für Athleten. Hier wird auch Senioren geholfen.

Teilen
Folgen
© SZ Thomas Eichler

Von Rolf Hill

Zittau. 20 Jahre alt wird der Verein Sport- und Freizeitzentrum Zittau (SFZ) an der Schrammstraße in diesen Tagen. Das heutige Vereinsgebäude, die Basis vom Sport- und Freizeitzentrum, ist schon mehr als doppelt so alt. Nicht immer drehte sich dort drinnen alles um Sport. Das Gebäude diente ganz unterschiedlichen Zwecken und Nutzern. Horst Seifert, geschäftsführender Präsident des Vereins, erinnert sich:

„Schon in den 70er Jahren stand auf diesem Areal, dem ’Gleisdreieck’, eine Baracke“, erzählt er. „Sie diente als Büro und als Umkleide- und Aufenthaltsraum für die Arbeiter, die den neuen Stadtteil Zittau-Süd erbauten.“ Als die neuen Häuser mitsamt der Wilhelm-Busch-Grundschule schließlich standen, gab es unterschiedliche Nachnutzer. In einige Räume zog die BSG Robur, in andere die Zollverwaltung der DDR.

Dann kam die politische Wende. Horst Seifert, der bis dahin an der Hochschule tätig war, wechselte in die Stadtverwaltung und übernahm die Leitung des Sport- und Schulamtes. Gemeinsam mit dem ebenfalls sportbegeisterten Bürgermeister Jürgen Kloß und anderen Mitarbeitern des Rathauses habe man überlegt, wie man den Freizeitsport in der Stadt erhalten und weiter popularisieren könnte, erzählt Seifert.

Es brauchte vor allem zwei Dinge: einen Anlaufpunkt und einen Trägerverein. Ersteres war mit der Baracke im städtischen Eigentum zwar schnell gefunden. Allerdings war das Gebäude zu dem Zeitpunkt schon belegt. Die Volkssolidarität nutzte es als Treff und Jugendclub. Man hatte eine kleine Küche eingerichtet, in der für die Senioren täglich Essen gekocht wurde. Doch eines Tages zog sich die Volkssolidarität zurück. Damit bekam die Idee einer Sportstätte für jedermann neue Nahrung. Was immernoch fehlte – trotz der Unterstützung durch die Stadtverwaltung –, waren die materiellen Mittel. Fünf Sportfreunde entschlossen sich deshalb 1995 schließlich zur Gründung des heutigen SFZ

„Unser Motto hieß: Sozial engagiert für Zittau“, erzählt der heute 81-jährige SFZ-Präsident. „Denn wir wollten ja für alle da sein. Deshalb wurden wir auch Mitglied im Kreissportbund und im Paritätischen Wohlfahrtsverband.“ Nun flossen allmählich auch Fördermittel – und der Umbau konnte beginnen.

Das betraf zuerst einmal die Baracke selbst. Sie wurde völlig um- und ausgebaut. Heute finden sich dort zwei Büros, Veranstaltungsräume, eine Küche mit Nebenräumen und Sanitäreinrichtungen. In Eigenleistung wurde aus dem ehemaligen Brachland Stück für Stück eine moderne Sportstätte: mit drei Tennisplätzen, einem Minigolfplatz, einer Leichtathletikanlage, einem Multifunktionsplatz, drei Volleyballfeldern, der 250-Meter-Rundbahn sowie der 100-Meter-Sprintbahn. Die heute 140 Vereinsmitglieder sind in den Sparten Tennis, Gymnastik, Rhythmische Sportgymnastik, Eltern-Kind-Sport und allgemeinen Sportgruppen aktiv. Zu letzteren gehören auch mehrere Line-Dance-Gruppen.

Noch immer ist die soziale Komponente ein Hauptbestandteil der Vereinsarbeit. Das spiegelt sich in wöchentlichen Angeboten wie Handarbeits- und Spiele-Nachmittagen für Senioren wieder. Für zahlreiche Bewohner von Zittau-Süd wurde der Verein zur zweiten Heimstätte. Betreuung erfahren sie übrigens auch in ihrem eigenen Zuhause, wenn es der Gesundheitszustand nicht mehr erlaubt, aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Dazu gehören zum Beispiel Hilfeleistungen im Haushalt und bei verschiedenen Besorgungen. Durch den vereinseigenen Heimlieferdienst werden Senioren und mehrere Schulen mit Mittagessen versorgt.