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Zittern um die Zitterpartie

Das Spektakel am Großteich zog in den vergangenen zwölf Jahren jeweils Tausende Besucher an. Noch steht nicht fest, ob es am Sonnabend wieder stattfindet.

© Norbert Millauer

Von Sven Görner

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Was vor über einem Jahrzehnt als Geheimtipp begann, ist längst zu einem festen Bestandteil des regionalen Veranstaltungskalenders geworden. Wo gibt es auch sonst um diese Jahreszeit ein vergleichbares Spektakel unter freiem Himmel und in solch einer wunderbaren Umgebung wie dem Moritzburger Fasanengarten. Kostenlos noch obendrein.

Für die Organisatoren vom Kulturverein „Muse im Fasanengarten“ ist die Veranstaltung indes jedes Mal aufs Neue eine große Herausforderung. „Wir haben das Ganze nicht umsonst Zitterpartie und nicht Zitterparty genannt“, sagt Vereinsmitglied Margitta Hensel. Während die Besucher bei möglichst frostigen Temperaturen zittern sollen – wogegen natürlich reichlich angebotene Heißgetränke helfen – zittern die Veranstalter regelmäßig bereits im Vorfeld. In diesem Jahr ganz besonders.

Denn der überaus milde Winter droht ihnen, erstmals in der Geschichte der Zitterpartie, einen Strich durch die Rechnung zu machen. Statt hartgefroren präsentieren sich die Wege und Wiesen im Fasanengarten derzeit durchnässt. Und glaubt man den Meteorologen, wird sich daran bis zum Sonnabend vermutlich auch nichts mehr ändern.

„Kommt es tatsächlich so, haben wir eigentlich keine andere Wahl, als die Veranstaltung abzusagen“, sagt Margitta Hensel. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass die Anlage durch die zu erwartenden Tausenden Besucher Schaden nehmen würde, ist einfach zu groß. „Wir waren in den vergangenen Jahren schon einige Male knapp vor einer Absage, letztlich hat es aber immer noch geklappt. Am Mittwoch, so haben wir im Verein festgelegt, werden wir entscheiden, ob die Veranstaltung stattfinden kann.“ Wenn nicht, hätten wohl die etwas abergläubischen Zeitgenossen recht, für die die 13 eine Unglückszahl ist.

Das Wetter ist es allerdings nicht allein, was die Veranstaltung für den Verein zur Zitterpartie werden lässt. „Wir haben auch diesmal wieder bis zuletzt um die Finanzierung gezittert“, sagt Margitta Hensel. Da bei dem Spektakel weder Eintritt verlangt wird, noch wie bei anderen Festen Standgebühren zur Finanzierung beitragen, sind die Organisatoren für die Programmgestaltung allein auf Sponsoren angewiesen. „Manche Leute meckern, wenn zu wenige Programmpunkte angeboten werden, für uns ist das aber jedes Mal ein großer Kraftakt.“ Auch diesmal wurden bis zuletzt noch Unterstützer gesucht und schließlich erneut gefunden.

Findet die 13. Zitterpartie am Sonnabend wie geplant statt, wird das Programm aber dennoch etwas bescheidener ausfallen. Das hat gleich zwei Gründe. Zum einen bleibt es diesmal am Bärnsdorfer Teichufer dunkel. In den vergangenen Jahren war es vor allem Peer Forberg gewesen, der sich darum gekümmert hatte, dass es für die Besucher der Zitterpartie auch dort viel zu sehen und zu erleben gab. Erst als Musevereins-Mitglied, dann als Mitglied im Radebeuler Traditionsbahnverein. Margitta Hensel: „Er hatte schon im Vorjahr angekündigt, dass er das vermutlich nicht mehr schaffen wird.“

Der zweite Grund ist, wie könnte es anderes sein, erneut das Wetter. Bereits im Vorjahr mussten die Veranstalter das abschließende Höhenfeuerwerk vom Großteich an das Fasanenschlösschen verlegen. Die Naturschutzbehörde hatte befürchtet, dass die am Teich überwinternden Vögel gestört werden könnten. „Durch den milden Winter halten sich in diesem Jahr nun sogar noch mehr Vögel hier auf, die normalerweise zu dieser Jahreszeit nicht bei uns vorkommen. Daher muss das Feuerwerk komplett ausfallen.“ Stattdessen sei abgesprochen, dass die ebenfalls geplante Feuerperformance dafür etwas umfangreicher wird.

Informationen zum Stattfinden der Veranstaltung und das Programm unter: www.muse-fasanengarten.de

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