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Zoff vor der Scheune

Im Herbst 2004 kam es beinahe wöchentlich vor der Scheune zu Ausschreitungen. Ende Oktober etwa sollen Ricardo M. und ein Komplize mit Mülltonnen Barrikaden auf der Alaunstraße errichtet haben – begleitet vom Beifall eines großen Publikums.

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Von Alexander Schneider

Im Herbst 2004 kam es beinahe wöchentlich vor der Scheune zu Ausschreitungen. Ende Oktober etwa sollen Ricardo M. und ein Komplize mit Mülltonnen Barrikaden auf der Alaunstraße errichtet haben – begleitet vom Beifall eines großen Publikums. Als die Fahrer stoppen mussten, sollen sie gegen die Autos getreten haben. Außerdem hat Ricardo laut Anklage einen parkenden Mercedes demoliert, unter anderem hat er die Außenspiegel abgetreten und den Lack mit einem Teppichmesser bearbeitet.

Gestern sollte sich der junge Mann unter anderem wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr vor dem Amtsgericht Dresden verantworten. Doch das Gericht wartete vergeblich auf M. Angeblich ist er sogar außer Landes, hieß es. Das Jugendschöffengericht hat gegen ihn einen Haftbefehl erlassen – wenn ihn die Polizei erwischt, wandert er hinter Schwedische Gardinen.

Erst im Januar wurde M. wegen Ladendiebstahls zu einer Jugendstrafe von einem Jahr auf Bewährung verurteilt. Auch da musste er in Sitzungshaft, weil er zum ersten Termin nicht erschienen war. Nach dem Prozess schien es zunächst, als habe M. die Kurve bekommen. „Seine Arbeitsstunden hat er alle abgeleistet“, sagte Peter Hollstein, M.s Verteidiger. Doch mit seiner Flucht hat M. gegen die Bewährungsauflagen verstoßen, so dass ihm nun der Widerruf dieser Haftstrafe droht. In diesem Jahr ist es bisher vor der Scheune ruhig geblieben. Wohl auch, weil die Polizei noch immer regelmäßig vor Ort ist.