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Zschaitener Glocken läuten zum ersten Mal

Sie hängen schon eine ganze Weile im Kirchturm. Warum sie erst ab Sonntag zu hören sind.

Große Aufmerksamkeit auf dem Zschaitener Kirchhof erhielten die Glocken bereits bei ihrer Ankunft am 7. Juli. Da wurden viele Erinnerungsfotos per Handy geschossen.
Große Aufmerksamkeit auf dem Zschaitener Kirchhof erhielten die Glocken bereits bei ihrer Ankunft am 7. Juli. Da wurden viele Erinnerungsfotos per Handy geschossen. © Klaus-Dieter Brühl

Zschaiten. Seit sechs Wochen hängen die beiden neuen Glocken im Zschaitener Kirchturm und harren darauf, endlich benutzt zu werden. Am kommenden Sonntag ist es soweit. Dann sollen sie ab 14 Uhr in einem Gottesdienst geweiht werden und zum ersten Mal vor der versammelten Kirchgemeinde erklingen. Das ist in Kirchenkreisen seit Jahrhunderten so Tradition: Glocken, die noch nicht vom einem Pfarrer geweiht wurden, bleiben stumm. 

Bereits am 7. Juli, als die Glocken mit einem Kran in den Kirchturm gehoben wurden, seien sie aber getestet worden, bestätigt der Glaubitzer Pfarrer Martin Scheiter. Und auch in der Glockengießerei, wo sie im Auftrag einer Heidenauer Firma gefertigt wurden, wurde ihr Klang überprüft. Außer diesen beiden Ausnahmen erschallt ihr Klang erst am Sonntagnachmittag über den kleinen Nünchritzer Ortsteil.

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Bei dem Glockenweih-Gottesdienst geht es auch sonst sehr musikalisch zu. Die Kirchensingkreise aus Zschaiten und Glaubitz sowie der Posaunenchor haben sich angekündigt. Letzterer war schon bei der Ankunft der 200 und 80 Kilogramm schweren Glocken dabei.  

So eine Porzellanglocke erhalten Spender, die die Anschaffung der neuen Glocken in der Zschaitener Kirche mit mindestens 60 Euro unterstützt haben.
So eine Porzellanglocke erhalten Spender, die die Anschaffung der neuen Glocken in der Zschaitener Kirche mit mindestens 60 Euro unterstützt haben. © Christuskirchgemeinde Zeithain

Rund 78.000 Euro kostet die Turmsanierung mitsamt neuem Glockenstuhl und den neuen Glocken. Die Bauarbeiten wurden notwendig, weil sich ein riesiger Riss durch das Kirchgebäude zog. Der Schaden ist darauf zurückzuführen, dass die Zschaitener Dorfkirche bisher keinen separaten Glockenstuhl besaß. Das Geläut war direkt mit dem Mauerwerk verbunden. Seine Schwingungen übertrugen sich direkt auf die Kirchenmauern, wodurch der Riss immer größer wurde. 

Die alten Glocken aus Eisenguss stammten aus dem Jahr 1919 und waren für 100 Jahre bestimmt. Im Herbst 2019 wurden sie deshalb herunter genommen. Nun also sollen die neuen Bronzeglocken ihren Dienst aufnehmen.

Viele Leute aus den Gemeinden Nünchritz und Glaubitz haben dafür gespendet. Und es werden noch weiterer Spender gesucht. Wer mindestens 60 Euro zur Verfügung stellt, erhält zur Erinnerung eine kleine Glocke aus Porzellan. Bei Spenden ab 250 Euro wird  der Name auf eine Stiftertafel eingraviert. Die bisher größte Einzelspende soll 1.500 Euro betragen haben. 

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Nach dem Gottesdienst soll es Kaffee, Kuchen und Grillwürste geben. Zudem hat Holger Pötzsch vom Singkreis Zschaiten eine Tombola vorbereitet, mit der weitere Gelder für die Glocken gesammelt werden sollen. 

  • Gottesdienst mit Glockenweihe am 23. August ab 14 Uhr in der Kirche Zschaiten

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