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Zschille-Nachfahren auf der Spur der Ahnen

Andreas Hamann aus Bad Laer will wissen, ob er vom berühmten Kunstsammler Richard Zschille abstammt. Findet er in Großenhain, was er sucht?

Auf Spurensuche im Museum Großenhain: Mathias und Andreas Hamann-Zschille (v.r.) lassen sich von Leiter Dr. Jens Schulze-Forster den Zschille-Stammbaum erklären.
Auf Spurensuche im Museum Großenhain: Mathias und Andreas Hamann-Zschille (v.r.) lassen sich von Leiter Dr. Jens Schulze-Forster den Zschille-Stammbaum erklären. © Anne Hübschmann

Großenhain. 178 Familien mit dem Namen Zschille soll es in Deutschland geben. Die meisten leben im Raum Leipzig bzw. Bremen. In Leipzig wurden auch Andreas und Mathias Hamann-Zschille geboren. Kurz vor der Wende reisten die Brüder in den Westen aus. Heute wohnt der eine im niedersächsischen Bad Lear, der andere in Bautzen. "Aber sind wir mit dem berühmten Kunstsammler Richard Zschille verwandt?" fragten sie jetzt im Museum Alte Lateinschule. 

Der 1847 geborene Großenhainer Tuchfabrikant hatte über drei Jahrzehnte eine bedeutende kunstgewerbliche Sammlung zusammengetragen und in seiner Villa in der  Mozartallee ausgestellt. Eine Kollektion seiner wertvollsten Stücke zeigte er auf Veranlassung König Alberts von Sachsen zur Weltausstellung 1893 in Chicago. 1903 nahm er sich das Leben. 

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Seit zwölf Jahren betreibt Andreas Hamann Ahnenforschung. Für von ihm organisierte Familientreffen hatte er eine Chronik angefangen, die dem 60-Jährigen "in die Länge gewachsen" ist. Als er von der Zschille-Villa in Großenhain hörte, begann Hamann,  genauer zu recherchieren. "Ich kann meine Vorfahren bis zu meinem 1870 geborenen Urgroßvater Woldemar Robert Zschille zurückverfolgen", sagt der Familienforscher stolz. Doch jener Woldemar war Fabrikarbeiter. Die Großenhainer Zschilles aber waren Fabrikanten, Großbürger. 

Im Großenhainer Museum und auch in einer Friedhofs-Chronik der Diakonie erfahren die Brüder viel über den weit verzweigten Stammbaum der Zschilles. Und sie hören, dass das Familiengemälde von Richard und Ida Zschille mit vier ihrer Kinder gerade restauriert wird. 

"Im Frühjahr nächsten Jahres soll es eine Ausstellung dazu geben", sagt Leiter Jens Schulze-Forster. Im Auftrag des Landesamtes hat er selbst sich vor vielen Jahren mit Zschille beschäftigt und alle bekannten Nachfahren angeschrieben. 2006 ist im Museum ein Ausstellungsband über den Kunstsammler, sein Werk und Leben erschienen. 

Einen direkten familiären Bezug können Andreas und Mathias Hamann in Großenhain leider nicht finden. Aber sie haben ihre Informationen vervollständigt und sich die Zschille-Villa und -wiese angesehen. 

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Auch die Familiengräber auf dem Friedhof sind schön restauriert. Im Museum haben sich die Brüder, die den Osten und den Westen kennen, an der Großenhain-Wahl zum 3. Oktober und dem Einheitsjubiläum beteiligt. Aber das ist schon wieder eine andere Geschichte.      

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