merken
PLUS

Zschorna muss ans Netz

Aber der Gemeinde Tauscha fehlt das Geld für den Kanalbau.

Von Werner Peters

Zschorna. Das Kuddelmuddel um den Kanalanschluss des Naherholungszentrums könnte den Eingemeindungsprozess von Tauscha nach Thiendorf erheblich beschleunigen. Zwar gibt es inzwischen Planungen für das Kanalsystem auf dem Campingplatz, jedoch ist die Frage der Finanzierung ungelöst. Am 1. Juli muss sich der Tauschaer Gemeinderat mit diesem Thema befassen. Nach wie vor erfolgt die Fäkalienentsorgung über abflusslose Sammelgruben. Ob diese Relikte aus den Anfangsjahren der DDR wirklich noch dicht sind, vermag mit Sicherheit keiner zu sagen. Bereits 2010 zeigte sich der Abwasserzweckverband Kalkreuth (AZV) argwöhnisch. Es gab zuvor über Jahre hinweg starke Diskrepanzen zwischen dem Trinkwasserverbrauch und der entsorgten Abwassermenge. Der Verdacht, dass die Jahrzehnte alten Betongruben nicht mehr dicht sind, lag also nahe. Doch nach Aussage von Umweltamtsleiter Peter Jönsson war die Kooperation mit der Gemeinde sehr schwierig. Wohl deshalb gab es erst im November letzten Jahres einen Vororttermin. Dabei wurden die Sammelgruben im geleerten Zustand in Augenschein genommen. Gleichzeitig wurde mit der Gemeinde eine Nachkontrolle für April vereinbart. Mit dieser Maßnahme wollte man feststellen, inwieweit Grundwasser in die Gruben eingesickert ist. Immerhin befindet sich das Areal in einer Trinkwasserschutzzone. Doch die Gemeinde ließ den Termin platzen und steht nun vor einem Dilemma: Aller Voraussicht nach wird das Landratsamt die Gemeinde Tauscha zu einem amtlich anerkannten Dichtheitsnachweis verdonnern. Dafür kommen nur zertifizierte Fachbetriebe infrage, was deutlich mehr Geld kosten wird als die verpasste unbürokratische Variante. Gleichzeitig ist klar, dass die Umweltbehörde und der AZV die Tauschaer in die Pflicht nehmen. Heißt, dass das NEZ spätestens 2015 an das öffentliche Kanalnetz angeschlossen wird. Während der AZV die Kosten für den Bau eines Pumpwerkes trägt, muss die Kommune die Kanalarbeiten auf dem Campingplatz stemmen. Frühere Kostenschätzungen gehen von rund 50 000 Euro aus. Thiendorfs Bürgermeister Armin Freund, der auch Chef der Verwaltungsgemeinschaft ist, bezweifelt, dass dafür Geld vorhanden ist. Was im schlimmsten Fall mit der Schließung des NEZ einhergehen würde. Andererseits existiert aus Tauschaer Sicht eine Wunschliste, was nach erfolgter Fusion mit Thiendorf in den Ortsteilen realisiert werden sollte. Mit die dringlichste Aufgabe ist demnach der Bau des Abwassersystems im NEZ. Das darf die Gemeinde nicht aus dem Auge verlieren. Dann könnte man auch mit der Fusionsprämie von 50 Euro pro Einwohner, die der Freistaat Sachsen als Mitgift spendiert, planen. Dass es am Ende mit der Gemeindehochzeit schneller geht als gedacht, schließt Freund nicht mehr aus: „Vielleicht denken die neuen Gemeinderäte anders darüber. Es kann auch ganz schnell gehen.“ Dann könnten die Glocken am 1.1.2015 läuten.

Autohaus Dresden
Eines der besten Autohäuser in Deutschland
Eines der besten Autohäuser in Deutschland

Dresden braucht starke und innovative Unternehmen, wie das Autohaus Dresden. Der Opelhändler ist seit über 25 Jahren tief mit der Region verwurzelt.