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„Zu dick, aber fit“

Thomas Redmer trat erneut zur Wahl des Gemeindewehrleiters an. Zuvor musste er sich Fragen der Wachauer Gemeinderäte stellen.

© Thorsten Eckert

Von Thomas Drendel

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Wachau. Das gab es wohl noch nie: Vor der Wahl des Gemeindewehrleiters muss der Kandidat im Gemeinderat Rede und Antwort stehen. Jetzt war es aber soweit. Die Gemeinderäte stellten Thomas Redmer etliche Fragen.

Lothar Israel von der Offenen Bürgerliste (OBL) wollte wissen, weshalb er im vergangenen Jahr vom Posten des Gemeindewehrleiters zurückgetreten ist. „Aus gesundheitlichen Gründen“, sagte Redmer. Und sind jetzt diese Gründe ausgeräumt, hakte Israel nach. „ Ja jetzt bin ich gesund. Zu dick aber fit“, sagte der Feuerwehrmann unter dem Schmunzeln der Gemeinderäte. „Während Ihrer vergangenen Amtszeit soll es Unstimmigkeiten mit der Verwaltung gegeben haben. Ist das der Fall gewesen?“, wollte der OBL-Politiker weiter wissen. Thomas Redmer wollte das mit den Unstimmigkeit so nicht gelten lassen. „Ich würde davon sprechen, dass es ab und an eine gegenseitige Findungsphase gegeben hat. Ein Zerwürfnis war das nicht. Solche Findungsphasen wird es sicher wieder geben“, sagte er. Volkmar Lehmann, ebenfalls von der Offenen Bürgerliste, sprach den vermeintlichen Streit zwischen Thomas Redmer und dem vorherigen Gemeindewehrleiter Marian Branding an. Dazu Redmer: „Wir haben uns ausgesprochen und damit ist die Sache erledigt. Die Wachauer Gemeindewehr besteht aus 130 Mitgliedern und nicht nur aus zweien.“

Geheime Wahl

CDU-Gemeinderat Robert Zukowski wollte wissen, ob Branding in der Feuerwehr bleibt oder austritt. „Mein Ziel ist es, dass sich alle Kameraden in der Feuerwehr heimisch fühlen. Denn ohne Kameraden funktioniert die Wehr nicht.“ Am Ende beantragte Lothar Israel, die Wahl geheim abzuhalten. Am Ende fiel das Votum überraschend eindeutig aus. Sieben Gemeinderäte stimmten für Thomas Redmer als neuen Gemeindewehrleiter. Drei waren dagegen und drei weitere enthielten sich der Stimme. Damit ist der Leppersdorfer neuer Chef der Wachauer Gemeindewehr. Im Januar hatten sich bereits die Feuerwehrleute für ihn ausgesprochen. Bei der Wahl hatten 89 Frauen und Männer teilgenommen. 58 gaben Thomas Redmer die Stimme. Die Wahl zum Gemeindewehrleiter hatte besondere Brisanz bekommen, da er beim ersten Mal durchgefallen war. Im vergangenen Jahr war er aus der Abstimmung unter den Feuerwehrleuten als klarer Sieger hervorgegangen. Von den 92 Frauen und Männern, die ihre Stimmen abgaben, votierten rund zwei Drittel für ihn. Die anschließende Abstimmung im Gemeinderat schien dann als Formsache. Doch sechs Gemeinderäte stimmten für Redmer, sechs dagegen. Damit war der Favorit der Mehrheit der Feuerwehrleute abgelehnt. Deshalb musste das Ganze wiederholt werden. Schon damals hatte der Abgelehnte gesagt, ich trete wieder an. „Die Wahl unter den Kameraden hat mir gezeigt, dass sie hinter mir stehen“, sagte er.

Thomas Redmer begann seine Laufbahn bei der Jugendfeuerwehr in Oppach. Dann folgte die Mitgliedschaft bei der Freiwilligen Feuerwehr, bevor er 1982 zur Berufsfeuerwehr nach Bautzen kam. Nach 1990 ging es dann zur Kripo als Kriminaltechniker. 1994 wechselte der Oberlausitzer in die Kriminaltechnische Untersuchungsstelle und durch eine Strukturreform bei der Polizei dann 2005 zum Landeskriminalamt. Gemeinsam mit weiteren Experten schrieb er sein Wissen auf und brachte ein Buch zur Brandursachenermittlung heraus. Seit 1996 wohnt er mit seiner Familie in Leppersdorf.