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Görlitz

Zu lange wurde das Problem verdrängt

SZ-Redakteurin Gabriela Lachnit schreibt über den Ärztemangel im ländlichen Raum.

© SZ-Montage

Das hatte sich das Städtische Klinikum Dresden ganz anders vorgestellt: Mit der Übernahme der Augenarztpraxis Roy in der Görlitzer Struvestraße sah das Medizinische Versorgungszentrum des Dresdner Klinikums die Chance, mehr Patienten für größere Operationen am Klinikum in der Landeshauptstadt zu gewinnen. Aber der Plan ging nicht auf.

Offensichtlich hat das Klinikum in der Landeshauptstadt die Situation unterschätzt und nicht die Kapazitäten, um in Görlitz ausreichend Sprechstunden für die vielen Patienten dieser Praxis anzubieten. Sie müssen lange auf einen Behandlungstermin warten. Andererseits ist dem Versorgungszentrum zugutezuhalten, dass es überhaupt die Praxis übernommen hat. Anderenfalls wäre sie geschlossen worden und die Patienten hätten noch mehr das Nachsehen gehabt.

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Wie man es dreht und wendet, das Problem bleibt: Es gibt zu wenige Ärzte. Und es ist hausgemacht. Die Politik hat zu lange die Augen davor verschlossen, dass Ärzte mangels entsprechender Anreize nur ungern im ländlichen Raum tätig sein wollen. Völlig verdrängt wurde offenbar, dass Ärzte nicht jünger werden.

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Die Unterstützung von ungarischen Studenten, die in ihrer Heimat Medizin studieren und künftig in Sachsen arbeiten sollen, ist ein erster Ansatz, dem Ärztemangel zu begegnen. Auch die Ausbildung von Medizinern in Cottbus ab Mitte der 2020-er Jahre macht Hoffnung darauf, dass sie nach dem Abschluss dort arbeiten, wo sie händeringend gebraucht werden – in der Lausitz. Aber das wird noch dauern.

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