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Zu schnelles Fahren ist Unfallursache Nummer eins

Die Statistik für 2013 zeigt aber einen positiven Trend – außer auf Autobahnen.

© brennpunktfoto

Von Gunnar Klehm

Die positive Nachricht zuerst: Im Vorjahr ging die Zahl der Verkehrsunfälle wieder leicht zurück. Das geht aus der Statistik hervor, die die Polizeidirektion Dresden gestern veröffentlichte. Auf den Straßen im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge ereigneten sich 5 755 Unfälle, 65 weniger als noch im Jahr 2012. Das entspricht einem Rückgang um etwa 1,1 Prozent.

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Auch die Zahl der Verkehrstoten sank: von 15 im Jahr 2012 auf elf im Vorjahr. Darunter war auch kein Kind, teilt Polizeisprecher Thomas Geithner mit. Es wurden aber 19 Kinder schwer verletzt, 52 weitere leicht. 17-mal waren die verunglückten Kinder dabei als Radfahrer im Verkehr unterwegs und 26-mal als Fußgänger. Bei der restlichen Zahl an Verletzungen saßen die Kinder als Mitfahrer bei Erwachsenen in den Autos.

Die schlechte Nachricht ist die, dass im vergangenen Jahr die Zahl der Unfälle auf den Autobahnen im Bereich der Polizeidirektion Dresden zugenommen hat, ebenso die Zahl der dort getöteten und verletzten Verkehrsteilnehmer. Die Zahl der Unfälle auf Autobahnen mit 1 532 nahm um 4,5 Prozent zu. Starb dabei im Jahr 2012 nur eine Person, waren es 2013 vier. Darunter war nach Polizeiangaben kein Kind. Drei Minderjährige wurden bei Unfällen schwer verletzt, fünf weitere leicht.

Im Vergleich der letzten fünf Jahre zeichnet sich für Unfälle auf Autobahnen jedoch kein Trend ab. Die Zahl der Unfälle war 2010 und 2011 etwas höher, 2009 und 2012 niedriger. Auch die Zahl der Verletzten und Toten war in einigen Jahren höher als 2013 und in anderen niedriger. Die meisten Verkehrstoten auf Autobahnen waren 2009 mit sechs zu beklagen.

Für Unfälle auf den anderen Straßen des Landkreises ist dagegen ein leicht positiver Trend anzulesen. Lag die Gesamtzahl in früheren Jahren noch über 6 000, ist sie in den vergangenen drei Jahren weit darunter gesunken. Auch die Zahl der Verletzten lag 2013 unter dem Schnitt der vergangenen Jahre. Nur die Zahl der Verkehrstoten liegt mit elf genau im Mittel.

Hauptunfallursache war sowohl auf Autobahnen (32 Prozent) als auch auf allen anderen Straßen (21 Prozent) die nicht angepasste Geschwindigkeit. Dazu zählt die Polizei nicht nur wilde Raserei. Nicht angepasste Geschwindigkeit kann auch im Rahmen des Erlaubten vorkommen, wenn beispielsweise innerorts Tempo 50 gefahren wird, die Straßenverhältnisse je nach Witterung das aber gar nicht zulassen.

Radfahrer werden öfter kontrolliert

Die Zahl der ertappten Temposünder spiegelt diese Gefahr aber nicht wider. Bei Geschwindigkeitskontrollen im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion fuhren 2013 fast 30 000 Fahrer zu schnell. Im Jahr davor wurden noch weit über 73 000 Autos registriert, die zu schnell unterwegs waren. Daraus kann aber nicht auf eine veränderte Fahrweise geschlossen werden. Vielmehr liegt diese arg geschrumpfte Zahl daran, dass wesentlich seltener kontrolliert wurde. Gab es 2012 noch 3 430 Geschwindigkeitskontrollen, waren es 2013 nur 1 992. „Statt auf Durchfahrtkontrollen setzen wir verstärkt auf Anhaltekontrollen“, sagt Polizist Peer Barthel. Das erfordere zwar einen höheren Personal- und Zeitaufwand, der (verkehrs-)erzieherische Effekt sei dabei aber wesentlich höher, heißt es. „Unsere Beobachtungen offenbaren oftmals eine mangelnde Verkehrsmoral, besonders bei Radfahrern. Das tägliche Erleben von Regelverstößen durch andere Verkehrsteilnehmer verstärkt diese Entwicklung“, sagt Peer Barthel. Deshalb soll es künftig wesentlich mehr Kontrollen des Fahrradverkehrs geben.

Nach der Geschwindigkeit sind bei den registrierten Verkehrsunfällen die Missachtung der Vorfahrt und ein zu geringer Sicherheitsabstand besonders oft Ursachen. Die Kombination von überhöhter Geschwindigkeit und zu geringem Abstand wirkt dann besonders tragisch.

Erstaunlich hoch ist weiterhin die Zahl der Unverbesserlichen, die nach einem Unfall flüchten. Im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge nahm die Polizei im Jahr 2013 immerhin 1 205 Unfallfluchten zu Protokoll. Im Jahr davor waren es noch 1 150. Diese Autofahrer nehmen eine saftige Strafe in Kauf, denn die Aufklärungsrate ist mit 41 Prozent relativ hoch.