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Zu viele Lehrlinge müssen nach Dresden

Kreishandwerksmeister Kurt Hähnichen schlägt kleinere Klassen vor, um diesen Trend der Verlagerung des Unterrichts zu stoppen.

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Landkreis. Die Handwerker wollen weiter gegen die Verlagerung von Berufsschulklassen nach Dresden protestieren. Kreishandwerksmeister Kurt Hähnichen bezeichnete das als vorrangigstes Ziel, nachdem er am Donnerstag für weitere vier Jahre im Amt bestätigt wurde.

Hintergrund des Streits zwischen den Handwerkern und dem Kultusministerium sind die sinkenden Schülerzahlen im Landkreis Meißen. Für die Bäcker- und die Malerklassen wurde in den letzten Jahren nicht mehr die geforderte Klassenstärke erreicht. „Die Schüler lernen jetzt in Dresden, was mit hohen Fahrt- und Internatskosten verbunden ist“, sagt Hähnichen. „Das motiviert Betriebe im Kreis nicht gerade, weiter auszubilden.“ Der 65-Jährige spricht sich für kleinere Klassen aus. Das sichere nicht nur den Bildungsstandort, sondern erhöhe auch die Qualität der Ausbildung. „Besonders schwächere Schüler hätten die Chance, mitgenommen zu werden.“ Trotzdem: Die Kreishandwerkerschaft rechnet damit, dass bald die Friseure und Dachdecker in Dresden lernen müssen.

Unterstützung erhielt die Kreishandwerkerschaft am Donnerstag von Jörg Dittrich, dem Präsidenten der Handwerkskammer Dresden. Er sagte auf der Mitgliederversammlung in Großenhain seine Unterstützung zu und forderte vom Freistaat eine separate Berufsschulnetzplanung. (sr)