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Döbeln

Zu weiten Umwegen gezwungen

Anwohner des Sachsenplatzes stöhnen. Ihre Abkürzung in die Stadt wird gebaut. Die alte Kastanie wird zum Hindernis.

Der sogenannte Kaufhallenberg in Leisnig ist aufgerissen. Vor allem die Anwohner von Sachsenplatz und Meline benötigen ihn als kurze Verbindung in die Innenstadt. Weite Umwege bleiben ihnen noch mindestens zwei Monate nicht erspart.
Der sogenannte Kaufhallenberg in Leisnig ist aufgerissen. Vor allem die Anwohner von Sachsenplatz und Meline benötigen ihn als kurze Verbindung in die Innenstadt. Weite Umwege bleiben ihnen noch mindestens zwei Monate nicht erspart. © Lars Halbauer

Leisnig. Wie lange soll das noch so weitergehen? Klaus Hummitzsch, der Ansprechpartner für den Sozialverband VdK Sachsen im Gebiet Leisnig-Hartha ist, bekommt diese Frage inzwischen häufiger zu hören.

Vor allem von Anwohnern des Sachsenplatzes und der Meline. Sie sind häufig älter und nicht mehr ganz so gut zu Fuß. Gerade deshalb ist das Baugeschehen in der Straße Zum Buchgrund für sie inzwischen zu einem Aufreger geworden.

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Das enge Sträßchen, das die Leisniger auch gern als Kaufhallenberg bezeichnen, ist für viele eine kurze Verbindung in die Innenstadt. Auf die müssen sie seit Wochen verzichten, weil dort die Abwasserleitung neu verlegt wird.

„Das bedeutet, dass ich mit meinen Einkäufen jetzt bis ans Ende der Jahnstraße oder über die Karl-Liebknecht-Straße nach Hause zum Sachsenplatz laufen muss“, schildert eine Betroffene. Das sei für Ältere wirklich ein beträchtlicher Umweg. „Und gerade jetzt bei der enormen Hitze“, sagt sie.

Mindestens zwei Monate wird das noch so weitergehen, vielleicht nicht mit den extrem hohen Temperaturen, wohl aber mit den Einschränkungen im Bereich Buchgrund. Über diese Nachricht werden ihre Nachbarn mit Sicherheit erschrocken sein, so die Leisnigerin. Auch Klaus Hummitzsch ist betroffen und sich gewiss, dass er sich darüber so manche Beschwerde anhören muss. Er hätte sich wie sicherlich alle Anwohner des größten Leisniger Wohngebietes gewünscht, dass es eine Information über das Ausmaß dieser Bauarbeiten gibt.

Alte Kastanie muss weg

Das Problem an dieser Stelle, so veranschaulichte Bauamtsleiter Thomas Schröder in der zurückliegenden Ratssitzung, ist nicht die Verlegung der Abwasserleitung an sich, sondern eine große, alte Kastanie. „Die haben wir vor etwa fünf Jahren schon einmal im Kronenbereich festzurren und damit sichern lassen.“ Durch die unmittelbar nebenan vorbeiführende Leitung und die Tiefbauarbeiten sei absehbar, dass die Wurzeln und der Baum weiter Schaden nehmen.

Daher habe es noch einmal eine Runde mit dem damaligen Sachverständigen sowie Vertretern der Unteren Naturschutzbehörde beim Landratsamt Mittelsachsen gegeben. „Im Ergebnis haben wir die Genehmigung bekommen, den Baum zu fällen“, so der Amtsleiter.

Noch eine Galgenfrist

Der Kommune sei bewusst, dass dies viele Leisniger bedauern werden. Trotzdem führe kein Weg am Fällen der Kastanie vorbei. Das allerdings dürfe frühestens Ende August/Anfang September passieren. „Solange können in der Krone Vögel brüten, und damit ist die Kastanie geschützt“, begründete Thomas Schröder.

Er kündigte an, dass für diesen Baum ein Ersatz gepflanzt wird. Damit hält sich auch die Kommune an ihre eigene Satzung. Wahrscheinlich wird es aber keine Kastanie sein, die in die Erde kommt. Das dürfte den Nachbarn aufatmen lassen. Der hat, wie Anwohner berichten, häufig darüber gestöhnt, dass er beachtliche Laubberge von seinem Grundstück beräumen musste. Der Nachfolger der Kastanie soll aber wieder ein Laubbaum sein. „Eventuell eine Buche“, so der Bauamtsleiter.