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Zu wenig Platz für Musikschüler

An sechs verschiedenen Standorten müssen die Lehrer der Kreismusikschule in Radebeul unterrichten.

Von Peter Redlich

Ein Instrument wollen in Radebeul viele Kinder und Jugendliche erlernen. Das ist auch gewollt. In Sachsen gibt es die vom Land geförderte Initiative „Jedem Kind ein Instrument“. „Zusammen musizieren stärkt soziale Bindungen und macht Kindern einfach Freude“, sagt Landtagspräsident Matthias Rößler (CDU), der sich immer wieder – etwa in Benefizkonzerten – für die musische Ausbildung einsetzt.

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Doch eine solche Ausbildung braucht entsprechende Schulräume. In Radebeul müssen die Kinder zu sechs verschiedenen Standorten, um mit ihren Lehrern zusammenzukommen. Die Radebeuler Leiterin der Musikschule Grit Leiteritz sagt, dass es ein ständiger Kampf sei, für die Schüler geeigneten Platz zu finden. „Wir sind durch diese Raumsituation in der Orchester- und Ensemblearbeit sehr eingeschränkt, da diese in den gemieteten Räumen stattfindet und wir bei Eigenbedarf der jeweiligen Häuser ausweichen müssen“, sagt Grit Leiteritz. Außerdem sei es aufgrund der Raumsituation schwierig, einen Tag der offenen Tür zu gestalten. „Wo soll der stattfinden, wenn alle Angebote vorgestellt werden sollen?“ Ganz abgesehen davon, dass durch die Zersplitterung kein kollegiales Zusammengehörigkeitsgefühl entstehen könne. Zum Vergleich: In Meißen hat die Musikschule ein eigenes Gebäude. In Riesa und Großenhain gibt es vom Landratsamt gemietete Räume, die ausschließlich für die Musikschule genutzt werden.

Allein aus Radebeul lernen 1 170 Kinder und Jugendliche an der Kreismusikschule. Hinzu kommen weitere Schüler aus Coswig und anderen Nachbarorten, die hier ihren Lehrer haben. Radebeul ist nach der Schülerzahl der größte unter den sechs Standorten der Musikschule im Landkreis. In Meißen lernen 380 Schüler, in Riesa 264.

Die Musikschule des Kreises, das sagt der Name, untersteht dem Landratsamt in Meißen. Mehrfach schon haben dort Stadtverwaltung und Stadtrat auf die beengte Situation der Musikschule in Radebeul aufmerksam gemacht. Auf die jüngste Nachfrage der SZ im Landratsamt teilt Sprecherin Kerstin Thöns mit, dass es aktuell keine Planungen für ein neues Haus in Radebeul gibt, da der Landkreis dafür kein Geld habe.

Stadträte von CDU und Bürgerforum/Grüne haben für Radebeul immer wieder nachgefragt, wie die Stadt dennoch Unterstützung geben kann, um die Beengtheit zu mildern.

Radebeuls OB Bert Wendsche (parteilos) hat dazu geantwortet, dass sich die Verwaltung schon seit Monaten bemühe und nach Möglichkeiten suche, auch wenn das eine Angelegenheit des Kreises ist. Das Gebäude in der Dürerstraße sei baulich nicht geeignet, noch mehr Räume anzubieten. Der Standort des ehemaligen Elektrizitätswerkes in Mitte wurde untersucht und für zu groß und zu aufwendig beim Herrichten befunden. Auch die Vorschläge Vereinshaus an der Dr.-Külz-Straße und ein Neubau in Mitte wurden durchgerechnet und geprüft. Ans Vereinshaus müsste ein großer Anbau rangesetzt werden, der so architektonisch nicht vertretbar wäre. Derzeit werde die Möglichkeit überprüft, ob die Alte Post an der Meißner Straße in Radebeul-West dafür nutzbar wäre. Wendsche: „Doch weder Neubau noch die Alte Post sind Varianten, die schnell zur Verfügung stehen könnten, weil das Geld für den Bau oder die Sanierung jetzt nicht da ist.“

Die Stadt wolle aber trotzdem ein Angebot für eine zeitweise Entspannung der Situation unterbreiten. Das Standesamt am Rosa-Luxemburg-Platz, welches gerade frei geworden ist, könnte vorerst von der Musikschule genutzt werden. „Einen Teil der Räume dürfen wir bereits belegen“, sagt Grit Leiteritz. Das gesamte Haus für den Unterricht zu bekommen, brächte zumindest etwas Erleichterung.